Musiala-Schock weckt bei Bayern-Neuzugang schlimme Erinnerungen

Sebastian Mittag
Foto: IMAGO

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Der Zusammenbruch von Jamal Musiala sorgte beim FC Bayern für bange Minuten. Besonders für Ismael Saibari dürfte der Moment schlimm gewesen sein – aus einem ganz persönlichen Grund.

Sportlich hätte das Debüt von Ismael Saibari beim FC Bayern kaum besser laufen können. Beim 3:1-Erfolg gegen RB Leipzig im Telekom Cup wurde der 25-Jährige in der 69. Minute eingewechselt, bereitete wenig später einen Treffer von Jamal Musiala vor und durfte anschließend sogar seinen ersten kleinen Titel mit den Münchnern feiern.


Doch all das geriet kurz vor dem Ende in den Hintergrund. Musiala sackte in der 83. Minute plötzlich auf dem Rasen der Allianz Arena zusammen. Sofort eilten Spieler und medizinisches Personal zum deutschen Nationalspieler.

Ausgerechnet Saibari war der Erste, der die gefährliche Situation erkannte. Der Marokkaner sprintete zu seinem Teamkollegen, stützte ihn, half ihm vorsichtig zu Boden und machte anschließend auf die medizinische Notlage aufmerksam.

Nach einigen beunruhigenden Momenten folgte die Entwarnung. Musiala konnte wieder aufstehen und verließ gestützt von den Bayern-Ärzten den Platz. Aufgrund der hohen Temperaturen war dem Offensivstar offenbar schwindelig geworden.

Saibari erinnert mit Rückennummer an Nouri

Gerade für Saibari dürfte die Szene besonders aufwühlend gewesen sein. Der Bayern-Neuzugang hat in seinem persönlichen Umfeld bereits einen deutlich schlimmeren Zusammenbruch eines Fußballers miterlebt.

Sein Freund Abdelhak Nouri brach im Juli 2017 während eines Testspiels von Ajax Amsterdam gegen Werder Bremen zusammen. Der damals 20-Jährige erlitt einen Herzstillstand und musste noch auf dem Spielfeld reanimiert werden. Aufgrund einer unzureichenden Sauerstoffversorgung erlitt Nouri schwere und bleibende Hirnschäden.

Die Geschichte seines Freundes begleitet Saibari bis heute – und ist sogar auf dessen Bayern-Trikot präsent. Der marokkanische Nationalspieler entschied sich nach seinem Wechsel von der PSV Eindhoven wieder für die Rückennummer 34. Genau diese Nummer hatte Nouri bei Ajax getragen. Der niederländische Rekordmeister vergibt sie seit dem tragischen Vorfall nicht mehr.

Saibari erklärte nach seinem Bayern-Wechsel die Bedeutung seiner Nummer: „Er hat überlebt, aber ist seitdem nicht mehr in der Lage, sich selbstständig zu bewegen. Um ihn zu unterstützen, trage ich die 34, weil er diese zuletzt getragen hat.“

Umso erleichterter dürfte der 25-Jährige gewesen sein, dass es Musiala schnell wieder besser ging. Auch Max Eberl gab nach dem Spiel Entwarnung. „Das Wichtigste, es geht ihm gut. Alles andere – kann man nichts dazu sagen“, erklärte der Sportvorstand.

Am heutigen Montag konnte Musiala an der Säbener Straße sogar schon wieder individuell trainieren.

Jamal Musiala
Foto: IMAGO

Für Saibari endete damit ein ereignisreiches erstes Spiel im Bayern-Trikot. Nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung bereitete er Musialas Treffer vor. „Ein toller Assist für Jamal, eine tolle Bewegung und ein toller Laufweg“, lobte Eberl.

Der Bayern-Boss sieht beim 50-Millionen-Neuzugang körperlich zwar noch Luft nach oben, zeigte sich mit dessen ersten Eindrücken aber zufrieden: „Fußballerisch sieht man schon, was er kann.“

Der sportliche Einstand des Marokkaners wurde damit zum Erfolg. In Erinnerung bleiben dürfte Saibari allerdings vor allem der Schreckmoment um Musiala – und die glücklicherweise schnelle Entwarnung.

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