João Palhinha hat seinen bevorstehenden Wechsel zu Benfica Lissabon offenbar mit aller Macht durchgesetzt. Nach Aussagen seines engen Freundes und ehemaligen Teamkollegen Diogo Viana wollte der FC Bayern den Portugiesen eigentlich zu Newcastle United transferieren, wo eine höhere Ablöse gewinkt hätte. Palhinha ließ sich davon jedoch nicht überzeugen.
Das Kapitel João Palhinha beim FC Bayern ist beendet. Der Mittelfeldspieler steht kurz vor einer Rückkehr nach Portugal und möchte sich Benfica Lissabon anschließen. Dem Vernehmen nach kassieren die Bayern knapp 15 Millionen Euro Ablöse. Diese Summe kann durch Bonuszahlungen auf bis zu 20 Millionen Euro ansteigen.
Sein Abschied aus München hätte offenbar auch ganz anders verlaufen können. Newcastle United beschäftigte sich intensiv mit dem 31-Jährigen und war demnach bereit, für Palhinha tiefer in die Tasche zu greifen als Benfica. Aus Sicht der Bayern wäre ein Wechsel in die Premier League deshalb offenbar die attraktivere Lösung gewesen.
Palhinha selbst hatte jedoch andere Pläne. Diogo Viana, ein enger Freund und ehemaliger Teamkollege des Mittelfeldspielers, hat nun bemerkenswerte Details über die Verhandlungen enthüllt.
Bayern wollte Palhinha von Newcastle überzeugen

Laut Viana war Newcastle bei seinen Bemühungen bereits sehr weit gegangen. „Newcastle hatte sogar Privatflugzeuge bereitgestellt, um die Familie herüberzufliegen, aber João hatte immer gesagt, er wolle zu Benfica wechseln“, erklärte er im Gespräch mit Sport TV Portugal.
Auch die Bayern-Verantwortlichen sollen versucht haben, Palhinha von einem Wechsel nach England zu überzeugen. „Kompany lud João zu einem persönlichen Gespräch ein, ebenso wie der Sportdirektor, um einen Wechsel nach Newcastle durchzusetzen und João davon zu überzeugen, dass er ein Spieler für die Premier League sei“, berichtet Viana.
Aus Bayern-Sicht wäre der Newcastle-Deal finanziell offenbar deutlich interessanter gewesen. Palhinha blieb bei seiner Haltung allerdings konsequent.
„João blieb standhaft und teilte dem FC Bayern mit, dass er entweder zu Benfica gehen würde oder nirgendwo anders hin“, so Viana.
Der Portugiese soll sogar bereit gewesen sein, die möglichen sportlichen Konsequenzen eines geplatzten Transfers in Kauf zu nehmen: „João sagte sogar, wenn er nicht zu Benfica gehen würde, hätte er nichts dagegen, seine Karriere aufs Spiel zu setzen und das ganze Jahr dort zu bleiben.“
Familie gab offenbar den Ausschlag
Damit gerieten die Münchner laut Viana zunehmend unter Druck. Einen Spieler ohne sportliche Perspektive und mit einem hohen Gehalt ein weiteres Jahr im Kader zu behalten, war keine attraktive Option. „Der FC Bayern erkannte, dass sie entweder die Bedingungen von Benfica akzeptieren mussten oder auf einem Spieler sitzen bleiben würden, der ihnen nur Geld kostete“, schilderte Viana die Situation.
Dass Palhinha unbedingt nach Portugal zurückkehren wollte, hatte offenbar auch private Gründe. Insbesondere die Nähe zu seinen Kindern soll für seine Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt haben. „In England sah er seine Kinder nicht so regelmäßig, wie er es sich gewünscht hätte, aber hier in Portugal hat er diese Möglichkeit“, erklärte Viana.
Damit wird deutlich, warum sich Palhinha trotz der offenbar lukrativeren Alternative aus Newcastle auf Benfica festlegte. Während die Bayern auf die wirtschaftlich bessere Lösung hofften, hatte der Spieler selbst ein klares Ziel: Benfica – oder keinen Wechsel.

