Verdächtiger Mega-Transfer: Wirbel um Bayern-Flop Nicolas Jackson

Foto: IMAGO

Füge uns als bevorzugte Quelle bei Google hinzuFolgen

Nicolas Jackson sorgt wenige Monate nach seinem Abschied vom FC Bayern für mächtig Wirbel auf dem Transfermarkt. Der 25-Jährige wechselt vom FC Chelsea zu Aston Villa und unterschreibt dort einen Vertrag bis 2031. Besonders die Ablösesumme lässt aufhorchen: 65 Millionen Pfund, umgerechnet knapp 76 Millionen Euro, fließen für den Angreifer.

Aus sportlicher Sicht ist diese Bewertung zumindest bemerkenswert. Während seiner Leihe beim deutschen Rekordmeister konnte Jackson die hohen Erwartungen nicht erfüllen. In 34 Pflichtspielen gelangen ihm elf Treffer. Sein aktueller Marktwert wird von Transfermarkt zudem lediglich auf 40 Millionen Euro taxiert.


Warum zahlt Aston Villa also fast das Doppelte? Eine mögliche Erklärung liegt nicht nur auf dem Platz, sondern auch in den besonderen Bilanzierungsregeln des europäischen Fußballs. Hinzu kommt eine auffällige Transferhistorie zwischen Chelsea und Aston Villa in diesem Sommer.

Darum sind lange Verträge so wichtig

Grundsätzlich müssen Klubs eine gezahlte Ablöse bilanziell nicht vollständig im Jahr des Transfers als Aufwand verbuchen. Stattdessen kann die Summe über mehrere Jahre abgeschrieben werden.

Kostet ein Spieler beispielsweise 100 Millionen Euro und wird die Ablöse über fünf Jahre abgeschrieben, belastet der Transfer die Bilanz vereinfacht dargestellt mit 20 Millionen Euro pro Jahr.

Chelsea machte sich dieses Prinzip in der Vergangenheit besonders intensiv zunutze und stattete Neuzugänge teilweise mit Verträgen über sieben, acht oder noch mehr Jahre aus. Mittlerweile wurden die Regularien allerdings verschärft. Die Ablöse kann für die maßgeblichen Finanzregeln maximal über fünf Jahre verteilt werden – unabhängig davon, ob der Spieler länger unterschreibt.

Auch bei Jackson spielt dieser Mechanismus eine Rolle. Aston Villa muss die knapp 76 Millionen Euro bilanziell also nicht sofort vollständig als Aufwand erfassen.

Noch interessanter wird der Deal allerdings durch die Transferbeziehungen zwischen Chelsea und Villa.

Dritter Chelsea-Villa-Deal sorgt für Spekulationen

Nicolas Jackson
Foto: IMAGO

Jackson ist bereits der dritte Spieler, den die beiden Premier-League-Klubs in diesem Transfersommer untereinander bewegen. Zuvor wechselte Morgan Rogers für 138 Millionen Euro von Aston Villa zu Chelsea. Anschließend lieh Villa Alejandro Garnacho von den Londonern aus.

Gerade der Rogers-Deal ist dabei von Bedeutung. Aston Villa konnte durch den Verkauf hohe Einnahmen verbuchen. Nun fließt mit Jackson eine beträchtliche Summe in die andere Richtung.

Wie The Athletic berichtet, war deshalb die Frage aufgekommen, ob die Geschäfte aufgrund der UEFA-Regularien möglicherweise miteinander verknüpft bewertet werden könnten. Dabei spielt unter anderem der zeitliche Abstand von 45 Tagen zwischen Transfers derselben Vereine eine Rolle. Dieser Zeitraum ist dem Bericht zufolge allerdings lediglich einer von mehreren Faktoren und nicht allein entscheidend.

Der Jackson-Transfer führt somit nicht automatisch dazu, dass die UEFA die Geschäfte als eine Art Tauschgeschäft einstuft.

Dennoch sorgt die ungewöhnlich hohe Bewertung des ehemaligen Bayern-Stürmers für Diskussionen. Schließlich können beide Klubs von hohen Transferbewertungen bilanziell profitieren: Verkaufserlöse werden grundsätzlich anders und schneller ergebniswirksam als die Kosten eines Neuzugangs, die über mehrere Jahre verteilt werden können.

Genau deshalb liegt die Vermutung nahe, dass bei der Preisgestaltung neben sportlichen Überlegungen auch finanzielle und bilanzielle Aspekte eine Rolle gespielt haben könnten.

Wichtig ist allerdings: Belege für eine unzulässige Absprache zwischen Chelsea und Aston Villa gibt es nicht. Ebenso wenig ist derzeit ein Verstoß gegen die Finanzregularien nachgewiesen.

Für Jackson selbst beginnt derweil das nächste Kapitel seiner Karriere. Bei Aston Villa trifft er mit Leon Goretzka auf einen ehemaligen Bayern-Kollegen. Angesichts einer Ablöse von knapp 76 Millionen Euro dürfte der Druck auf den Angreifer diesmal allerdings noch größer sein.

Füge uns als bevorzugte Quelle bei Google hinzuFolgen
Teile diesen Artikel