José Mourinho hat mit einer provokanten Aussage über die Bundesliga für Aufsehen gesorgt. Der neue, alte Trainer von Real Madrid machte die Ausgeglichenheit der spanischen Liga deutlich und verwies dabei auf die Einseitigkeit in der deutschen und französischen Liga. Für den Portugiesen steht der FC Bayern bereits als deutscher Meister fest.
Vor dem Auswärtsspiel bei Real Betis wurde Mourinho auf die hohe Ausgeglichenheit in LaLiga angesprochen. Für den Portugiesen ist klar: In Spanien herrscht ein Druck, den es in dieser Form nicht in allen europäischen Topligen gibt.
„Diese Liga wird für niemanden einfach werden“, erklärte Mourinho. Das würde sich auch nicht ändern, „wenn ein Spiel ein Ergebnis liefert, das den Eindruck erweckt, es sei einfach – wie zum Beispiel unser 4:0 gegen Malaga oder Barcelonas 5:0 gegen Elche.“
Anschließend wurde Mourinho deutlich und zog einen Vergleich zur Bundesliga und zur Ligue 1. Dabei zielte seine Aussage insbesondere auf die beiden nationalen Dauermeister FC Bayern und Paris Saint-Germain.
„Aber es gibt einen Druck, den es in anderen Ligen nicht gibt: nämlich den Druck, immer gewinnen zu müssen“, sagte Mourinho. In Deutschland und Frankreich sei die Situation aus seiner Sicht eine andere.
„Die Meister in Frankreich oder Deutschland haben zum Beispiel die Gelassenheit: ‚Wir wissen bereits, dass wir Meister werden.‘“
„Woche für Woche dieser Druck“
Mourinho sieht deshalb einen entscheidenden Unterschied zwischen der Bundesliga und LaLiga. Während Bayern und PSG aufgrund ihrer Dominanz häufig als klare Favoriten auf den Titel gelten, müsse Real Madrid in Spanien regelmäßig mit maximalem Druck umgehen.
„Hier aber herrscht Woche für Woche dieser Druck, bei dem ein Resultat, das kein Sieg ist, kein gutes Ergebnis ist. Und damit hat sich’s“, betonte der Portugiese.
Für Mourinho ist dieser permanente Konkurrenzkampf ein entscheidender Faktor: „Und dieser Druck hat eine große Bedeutung für die Mannschaften, die in einer Liga mit dieser Konkurrenz spielen müssen.“

Während der 63-Jährige damit die Stärke der spanischen Liga hervorhob, dürfte die Aussage in München durchaus für Aufmerksamkeit sorgen. Der FC Bayern bleibt schließlich auch in dieser Saison der große Favorit auf die deutsche Meisterschaft – genau diese Rolle scheint Mourinho als Zeichen für eine weniger ausgeglichene Liga zu sehen.
Mit Real Madrid will Mourinho derweil selbst dafür sorgen, dass der nationale Titelkampf in Spanien wieder enger wird. Die Königlichen sind vielversprechend in die neue Saison gestartet und liegen nach drei Siegen punktgleich mit dem FC Barcelona an der Tabellenspitze.

