Drei Erkenntnisse: Bei diesem Bayern-Star droht Kompany ein echtes Problem

Sebastian Mittag
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Der FC Bayern kommt beim FC Schalke 04 nicht über ein 0:0 hinaus. FCBinside liefert drei Erkenntnisse zur ersten Nullnummer der neuen Bundesliga-Saison.

Die Münchner ließen beim Aufsteiger erstmals in dieser Bundesliga-Saison Punkte liegen. Das Spiel lieferte folgende Erkenntnisse:


1. Bayerns Kaderstrategie besteht ersten Stresstest nicht

Vincent Kompany überraschte auf Schalke mit seiner Aufstellung. Harry Kane und Michael Olise saßen zunächst auf der Bank, Jamal Musiala wurde bei seinem Comeback ebenfalls noch geschont. Dafür begann Ismael Saibari im Sturmzentrum, Nathaniel Brown auf der Zehn und Lennart Karl auf dem rechten Flügel.

Das Experiment ging nicht wirklich auf. Brown hatte zwar eine gute Chance und setzte Luis Diaz mit einem starken Pass in Szene, insgesamt blieb er aber blass. Saibari konnte sich als Kane-Vertreter kaum in Szene setzen und auch Karl strahlte wenig Gefahr aus.

Kompany reagierte: Zur Pause kam Kane, nach 57 Minuten folgten Olise und Musiala. Vor allem mit Olise wurde das Münchner Offensivspiel sofort gefährlicher und kreativer.

Das ist auch mit Blick auf die Kaderplanung interessant: Die Bayern sind bewusst mit einem relativ kleinen Profikader in die Saison gegangen. Junge Spieler sollen ihre Chancen bekommen, zudem setzen die Verantwortlichen auf die Vielseitigkeit von Profis wie Brown und Saibari.

Nach einem einzigen Unentschieden muss man diese Strategie nicht gleich grundsätzlich infrage stellen. Zumal Musiala gerade erst zurückkehrt und Talente wie Karl nach ihren Verletzungspausen noch Zeit benötigen. Das Schalke-Spiel zeigt aber ein mögliches Risiko: Wenn mehrere Unterschiedsspieler gleichzeitig eine Pause bekommen, könnte die Qualität schnell abnehmen.

In einer langen Saison muss Kompany Kane, Olise und Co. auch mal schonen können. Das 0:0 auf Schalke sollte deshalb ein erster Warnschuss für die Bayern sein.

2. Bei Diaz droht Kompany ein echtes Problem

Luis Diaz hätte das Spiel auf Schalke für die Bayern entscheiden können – eigentlich sogar müssen. Kurz vor der Pause tauchte der Kolumbianer nach einem starken Pass von Brown frei vor Loris Karius auf, traf den Ball aber nicht richtig. Nach dem Seitenwechsel schickte Davies ihn erneut alleine auf das Schalker Tor zu. Diesmal misslang Diaz der Versuch, Karius zu überlupfen.

Manuel Neuer mahnte nach dem Spiel: „Wir waren nicht effizient und haben unsere Großchancen nicht genutzt.“

Probleme mit der Chancenverwertung hatte Diaz schon zu Beginn seiner Zeit beim FC Bayern. Später bekam er diese deutlich besser in den Griff und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Spieler in Kompanys Offensive. In die neue Saison ist der 29-Jährige allerdings noch nicht richtig gekommen.

Bei Diaz stellt sich noch eine andere Frage: Fehlt ihm im Moment die Frische? Der Kolumbianer hat eine extrem lange vergangene Saison in den Knochen und gehört bei Bayern zu den Spielern, die praktisch immer auf dem Platz stehen.

Luis Diaz
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Problematisch könnte aber werden, dass Kompany keine echte Eins-zu-eins-Alternative für Diaz hat. Eigentlich war Arijon Ibrahimovic als Backup für die linke Seite vorgesehen, kurz vor Transferschluss wurde er jedoch noch an den FC Augsburg verliehen. Stattdessen sollen unter anderem Karl und Saibari flexibel in der Offensive aushelfen können.

Sollte Diaz aber tatsächlich eine Pause benötigen oder seine Form länger suchen, könnte sich der fehlende klassische Ersatz auf der linken Außenbahn noch bemerkbar machen. Das könnte sich langfristig zu einem echten Problem für Kompany entwickeln.

3. Schalkes Auftritt muss Bayern eine Warnung sein

Eine Aussage von Jonathan Tah nach dem Spiel ließ aufhorchen. Mit Blick auf die defensive Herangehensweise der Schalker erklärte er: „Wir haben, um ehrlich zu sein, etwas anderes erwartet.“

Das verwundert. Denn Schalke machte grundsätzlich genau das, was viele Mannschaften gegen den FC Bayern versuchen: tief stehen, die Räume eng machen und den individuell überlegenen Münchnern möglichst wenig Platz geben. Gerade von einem Aufsteiger konnte kaum erwartet werden, dass er gegen Bayern mit offenem Visier spielt.

Besonders war vielmehr, wie Schalke diesen Plan umsetzte. Die Mannschaft von Miron Muslic war bissig, aggressiv und körperlich präsent. Sie ging konsequent in die Zweikämpfe und war bereit, über 90 Minuten gegen den Ball zu arbeiten.

Muslic hob anschließend genau das hervor: „Diese Mentalität, diese Einstellung, diese Bereitschaft zu leiden und gleichzeitig diese Widerstandsfähigkeit – all das haben wir heute gezeigt.“

Eine solche Gegenwehr hat Bayern in der Bundesliga zuletzt nicht immer erlebt. Vor dem 5:1 gegen Stuttgart hatte VfB-Stürmer Deniz Undav das Duell mit dem Rekordmeister beispielsweise als „Bonusspiel“ bezeichnet.

Schalke dagegen nahm den Kampf mit den frenetischen Fans im Rücken an und ging auch mal hart dazwischen. Dass dieser Ansatz funktionierte, muss Bayern eine Warnung sein.

Andere Bundesliga-Teams werden gesehen haben, wie Schalke den Münchnern mit seiner Intensität Probleme bereitete. Der tiefe Block ist für Kompanys Mannschaft nichts Neues. Gegen diese Kombination aus kompakter Defensive, Aggressivität und Leidenschaft muss Bayern künftig aber wieder bessere Lösungen finden.

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