Ballon d’Or nicht verdient? Yamal stichelt gegen Bayern-Star Harry Kane

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Kurz vor der Ballon-d’Or-Wahl nimmt der Kampf um die begehrte Auszeichnung weiter Fahrt auf. Nun hat sich Lamine Yamal ausführlich dazu geäußert, nach welchen Kriterien der Preis seiner Meinung nach vergeben werden sollte. Dabei sorgt vor allem eine Aussage für Aufmerksamkeit, die durchaus als Spitze gegen Bayern-Torjäger Harry Kane verstanden werden kann.

Im Gespräch mit Movistar erklärte der 19-Jährige, dass für ihn weder die Anzahl der Tore noch die gewonnenen Titel automatisch darüber entscheiden sollten, wer den Ballon d’Or erhält. Für Yamal sollte einzig die Frage ausschlaggebend sein, wer tatsächlich der beste Fußballer der Welt ist.


Besonders auffällig: Yamal führte dabei als Beispiel einen Spieler an, der 80 Tore erzielt. Einen Namen nannte der Barça-Star zwar nicht. Angesichts von Kanes außergewöhnlicher Torquote und dessen Rolle im aktuellen Ballon-d’Or-Rennen liegt zumindest die Vermutung nahe, dass seine Aussage auch auf den Bayern-Stürmer gemünzt sein könnte. Dass Kane tatsächlich gemeint war, ist allerdings nicht bestätigt.

„Ich denke, der Ballon d’Or sollte an den besten Spieler der Welt gehen, Punkt. Nicht an einen Spieler, der 80 Tore geschossen hat, denn wenn du 80 Tore schießt, bekommst du dafür den ‚Torschützenkönig‘-Award. Das sind zwei sehr unterschiedliche Dinge, die die Leute nicht verstehen.“

Yamal fordert andere Bewertung beim Ballon d’Or

Für Yamal geht es bei der Wahl vor allem um die individuelle Qualität eines Spielers. Der Spanier beschreibt den besten Fußballer der Welt als jemanden, dessen außergewöhnliche Fähigkeiten beim Zuschauen unmittelbar zu erkennen sind.

„Der beste Spieler der Welt ist derjenige, bei dem du als Kommentator ein Spiel anschaust und genießt – du siehst ihn und denkst: ‚Das ist ein Spieler, der sich sehr von allen anderen unterscheidet.‘ – Wenn der Award an den Besten geht, nicht an den, der die meisten Tore schießt oder der die meisten Titel gewonnen hat, dann wird er seinen wahren Wert zurückgewinnen.“

Yamal hatte bereits zuvor deutlich gemacht, dass er sich selbst große Chancen auf den Ballon d’Or ausrechnet. Im selben Movistar-Interview bezeichnete er sich gemeinsam mit Kylian Mbappé als einen der beiden besten Spieler der Welt und erklärte, dass er die Auszeichnung in diesem Jahr seiner Ansicht nach verdient hätte.

Damit unterscheidet sich seine Herangehensweise deutlich von Kane. Der Bayern-Star hatte zuletzt im Gespräch mit Marca erklärt, dass er ungern über seine eigenen Leistungen spreche und die Entscheidung ohnehin bei den Wahlberechtigten liege.

Kane lässt seine Zahlen sprechen

Harry Kane
Foto: IMAGO

Kane verwies dabei dennoch auf seine außergewöhnliche Saison. „Das Einzige, was ich sagen würde, ist, dass die letzte Saison unglaublich war, sowohl persönlich als auch als Mannschaft. Es war mit Abstand die beste Saison meines Lebens. Es stimmt, dass 73 Tore – die zweithöchste Ausbeute in der Geschichte – für sich sprechen.“

Genau diese Betonung der Torzahlen macht Yamals Aussage besonders interessant. Der Barça-Star stellt ausdrücklich infrage, dass eine außergewöhnliche Trefferzahl allein ausschlaggebend für den Ballon d’Or sein sollte.

Ob er damit tatsächlich Kane ins Visier genommen hat, bleibt offen. Yamal erwähnte den Bayern-Star nicht namentlich und sprach grundsätzlich über die Kriterien der Auszeichnung. Klar ist aber: Wenige Wochen vor der Wahl positionieren sich die Kandidaten immer deutlicher – und vertreten dabei ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, was einen Ballon-d’Or-Sieger ausmachen sollte.

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