Beim 7:0 gegen Union Berlin feierte die Bayern-Offensive ein Schützenfest. Michael Olise traf dreifach, Harry Kane doppelt, Jamal Musiala und Ismael Saibari steuerten ebenfalls Tore bei. Nur Luis Díaz ging erneut leer aus.
Seit seinem Treffer beim Bundesliga-Auftakt gegen Stuttgart wartet der Kolumbianer auf sein nächstes Tor für die Münchner. Auch gegen Union blieb ihm das nötige Glück verwehrt: Ein Treffer wurde wegen Abseits aberkannt.
Nach mehreren vergebenen Großchancen in den vergangenen Partien bekommt Díaz nun Zeit, um den Kopf freizubekommen. In Absprache mit Kolumbiens Nationaltrainer Néstor Lorenzo verzichtet er auf die anstehenden Länderspiele.
Max Eberl sieht keinen Grund zur Sorge. „Einige wären froh, wenn sie so eine Delle hätten wie er“, erklärte der Sportvorstand. Díaz werde zunächst Urlaub machen und anschließend sein individuelles Programm absolvieren.
Eberl sieht keinen akuten Transferbedarf
Interessant ist die Situation dennoch, weil Díaz selbst zuletzt offen erklärte, dass er sich einen weiteren Spieler für seine Position durchaus hätte vorstellen können.
„Natürlich will ich immer spielen. Aber wenn jemand da ist, der auf meiner Position helfen kann: Herzlich willkommen. Das hilft sehr, wenn die Dinge nicht gut laufen. Dann ist der Mitspieler da, um dir zu helfen – und so wechselt man sich ab. Das ist sehr wichtig. Mir hätte es gefallen. Aber gut, es ist nicht passiert. Wir sind auch so gut.“
Ein klassischer Backup für die linke Außenbahn fehlt im Bayern-Kader tatsächlich. Arijon Ibrahimovic wurde kurz vor Transferschluss nach Augsburg verliehen.
Ob die Münchner deshalb im Winter noch einmal aktiv werden könnten? Eberl reagierte darauf nach dem Union-Spiel mit einer Gegenfrage: „Von wo hat Isi heute sein Tor geschossen?“
Der Sportvorstand spielte damit auf Saibari an. Der Sommer-Neuzugang kam gegen Union für Díaz ins Spiel und erzielte sein erstes Bayern-Tor ausgerechnet von der linken Seite.
Saibari und Gnabry als Alternativen

Saibari ist zwar kein klassischer Flügelspieler, kann aufgrund seiner Vielseitigkeit aber mehrere Positionen in der Offensive übernehmen. Auch Serge Gnabry, der gegen Union sein Comeback feierte, ist eine Option für die linke Seite.
Damit scheint die Bayern-Führung aktuell keinen dringenden Bedarf für einen zusätzlichen Flügelspieler zu sehen.
Zunächst hoffen die Verantwortlichen ohnehin darauf, dass Díaz seine Pause nutzt und anschließend wieder an seine Leistungen aus der vergangenen Saison anknüpft. Damals verbuchte er in 51 Bayern-Spielen starke 26 Tore und 23 Vorlagen.
Eine Auszeit während der Saison half ihm schon einmal. Im Dezember 2025 schickte Kompany Díaz für einige Tage weg, damit dieser „mental und physisch wieder hundert Prozent zurückkommt“. Anschließend spielte der Kolumbianer eine starke Rückrunde.
Nach der Länderspielpause könnte sich diese Geschichte wiederholen. Dann dürfte sich auch zeigen, ob Eberls Vertrauen in die vorhandenen Alternativen ausreicht – oder die Diskussion über einen Díaz-Backup im Winter erneut Fahrt aufnimmt.

