Der Pyro-Vorfall beim Champions-League-Spiel der FC Bayern Frauen gegen Manchester City hat ein Nachspiel. Nachdem während der Partie zwei Rauchbomben aus dem Umfeld des Sportparks Unterhaching geworfen worden waren, sucht die Polizei nun nach vier Personen.
Nach Angaben der Polizei hatte eine Ordnerin im angrenzenden Biergarten zwei Personen beobachtet, die jeweils einen pyrotechnischen Gegenstand in Richtung Stadion warfen. Anschließend sollen die beiden zu zwei weiteren Personen gelaufen sein, die bereits mit E-Scootern warteten.
Gemeinsam entfernte sich die Gruppe anschließend vom Gelände. Die vier gesuchten Personen sollen zwischen 15 und 20 Jahre alt sein. Der Polizei gelang es zunächst nicht, sie ausfindig zu machen. Jetzt werden Zeugen gesucht, die Hinweise zu dem Vorfall oder den Beteiligten geben können.
Ordnerin durch Rauch verletzt
Der Zwischenfall ereignete sich kurz vor der Halbzeitpause des 2:2 zwischen Bayern und Manchester City. In der 44. Minute landete eine blau rauchende Pyro-Fackel auf dem Spielfeld. Ein zweiter Gegenstand entwickelte neben dem Platz roten Rauch.
Besonders brisant war der Zeitpunkt. Manchester City spielte seinen Angriff trotz der Pyrotechnik weiter und erzielte wenig später den Treffer zum 1:2. Die Aktion der Engländerinnen führte unmittelbar am rauchenden Gegenstand vorbei.
Bei den Bayern sorgte vor allem die Entscheidung, die Partie nicht sofort zu unterbrechen, für Unverständnis. Schiedsrichterin Olatz Rivero Olmedo entfernte den blauen Rauchtopf schließlich selbst vom Rasen.
Bayern-Frauen-Direktorin Bianca Rech hatte anschließend deutliche Kritik geübt: „Für mich muss die Schiedsrichterin das Spiel unterbrechen. Die Pyrotechnik lag schon eine Weile auf dem Platz.“
Inzwischen steht zudem fest, dass der Vorfall nicht ohne gesundheitliche Folgen blieb. Nach Polizeiangaben wurde eine Ordnerin durch den Rauch verletzt.
Wer steckt hinter dem Pyro-Vorfall?

Unklar ist weiterhin, wer für die Aktion verantwortlich war. Weil ein Rauchtopf blau und der andere rot qualmte, wird über einen möglichen Zusammenhang mit Anhängern der SpVgg Unterhaching spekuliert. Blau und Rot sind die Vereinsfarben der Hachinger.
Belegt ist eine solche Verbindung bislang allerdings nicht. Die Polizei spricht nach aktuellem Stand lediglich von vier gesuchten Personen und bittet um Hinweise.
Brisant ist die Situation auch aufgrund der Vorgeschichte des Stadions. Der FC Bayern hatte den Sportpark im Dezember 2025 von der SpVgg Unterhaching erworben. Die Bayern-Frauen tragen dort mittlerweile ihre Champions-League-Heimspiele aus.
Nach dem sportlich bitteren späten 2:2 gegen Manchester City beschäftigt der Abend den FC Bayern damit weiterhin – inzwischen allerdings vor allem die Polizei.

