Joshua Kimmich hat sich den Start in die Ära von Jürgen Klopp sicherlich anders vorgestellt. Nach dem 1:1 gegen die Niederlande folgte für die deutsche Nationalmannschaft eine 0:1-Niederlage gegen Griechenland. Auch der Kapitän des DFB-Teams konnte dabei nicht vollständig überzeugen.
Anschließend musste Kimmich den DFB-Tross verlassen, weil Klopp für die weiteren Partien andere Spieler testen möchte. Der 31-Jährige hätte gerne weitergemacht. „Ich hatte bis zuletzt gehofft, zu bleiben, und wäre natürlich gerne geblieben. Aber ich verstehe, dass der Trainer einfach auch andere Jungs kennenlernen möchte“, erklärte er nach dem Griechenland-Spiel.
Die beiden Auftritte haben eine Diskussion über Kimmichs zukünftige Rolle ausgelöst. Dabei stellt sich vor allem die Frage, wie Klopp seinen Kapitän langfristig einsetzen möchte.
Ist die Kritik unberechtigt?
Kimmich gehörte gegen Griechenland nicht zu den auffälligsten deutschen Spielern, war aber darum bemüht, Verantwortung zu übernehmen. Der Bayern-Profi versuchte, das Spiel aus dem Zentrum anzukurbeln, und schaltete sich regelmäßig in die Offensive ein.

Seine individuellen Werte fielen durchaus ordentlich aus. Kimmich spielte drei Schlüsselpässe und kam auf einen Expected-Assists-Wert von 0,43. Zudem brachte er 35 Pässe im letzten Angriffsdrittel an. Mit einem gefährlichen Freistoß hatte er darüber hinaus selbst eine gute Gelegenheit.
Gleichzeitig gelang längst nicht alles. Mehrere Chip- und Steckpässe fanden keinen Abnehmer. Wie die gesamte Mannschaft schaffte es auch Kimmich nicht, dem deutschen Spiel über die komplette Partie die notwendige Struktur zu geben.
Dabei muss berücksichtigt werden, dass Klopp aktuell zahlreiche Spieler ausprobiert und Kimmich teilweise mit neuen Mitspielern zusammenspielt.
DFB-Team mit Kimmich statistisch erfolgreicher
Interessante Zahlen zur Bedeutung des Bayern-Stars lieferte zuletzt Sky. Demnach erzielt die deutsche Nationalmannschaft mit Kimmich durchschnittlich 2,3 Tore pro Spiel. Ohne den 31-Jährigen sind es 2,0 Treffer.
Auch bei der Siegquote gibt es einen Unterschied. Mit Kimmich gewinnt Deutschland demnach 55,8 Prozent seiner Spiele, ohne ihn liegt die Quote bei 52,4 Prozent. Auch bei Schüssen, Flanken und Pässen ins Angriffsdrittel weist die Statistik höhere Werte auf, wenn der Bayern-Profi auf dem Platz steht.
Die Zahlen liefern damit Argumente für Kimmichs Bedeutung, beantworten aber nicht automatisch die Frage nach seiner zukünftigen Rolle unter Klopp. Dafür wird entscheidend sein, welches System der Bundestrainer langfristig etablieren möchte und wie sich die Alternativen präsentieren.
Im November dürfte Kimmich, sofern er fit bleibt, wieder zum DFB-Team zurückkehren. Spätestens dann wird sich zeigen, welche Rolle Klopp seinem Kapitän in seinen weiteren Planungen zugedacht hat.

