Die deutsche Nationalmannschaft hat beim 2:0 gegen Serbien ihren ersten Sieg unter Jürgen Klopp eingefahren. Aus Sicht des FC Bayern sorgte dabei vor allem das neu formierte Mittelfeld-Duo Tom Bischof und Aleksandar Pavlovic für Aufsehen.
Beide Münchner standen von Beginn an auf dem Platz und harmonierten auf Anhieb. Bischof erzielte den Führungstreffer, Pavlovic überzeugte mit einer starken Box-to-Box-Leistung. Damit haben sich beide nicht nur für weitere Einsätze im DFB-Team empfohlen. Ihre Auftritte könnten auch die Diskussion über die zukünftige Rolle von Joshua Kimmich neu entfachen.
Denn beim FC Bayern konkurrieren Bischof und Pavlovic ebenfalls mit dem 31-Jährigen um Einsatzzeiten im zentralen Mittelfeld. Während Kimmich dort weiterhin zu den wichtigsten Spielern zählt, entwickeln sich seine beiden jüngeren Teamkollegen immer mehr zu ernsthaften Alternativen.
Bischof und Pavlovic erhöhen den Druck auf Kimmich
Bischof erlebte gegen Serbien einen nahezu perfekten Abend. Der 21-Jährige war sicher in der Ballzirkulation, aggressiv gegen den Ball und schaltete sich immer wieder in die Offensive ein. In der 39. Minute belohnte er sich mit seinem ersten Treffer für die deutsche A-Nationalmannschaft.
Auch Pavlovic nutzte seine Chance. Ohne Kimmich und Felix Nmecha war der 22-Jährige als Führungsspieler im Zentrum gefragt. Er übernahm viel Verantwortung im Spielaufbau, suchte selbst den Abschluss und war auf dem gesamten Spielfeld präsent.
Genau das hob Klopp nach dem Abpfiff hervor. „Mir hat die ganze Mannschaft gefallen. Das Gegenpressing. Wie wir verteidigt haben. Wenn man so kompakt verteidigt, spielt man guten Fußball. Pavlovic war auf dem gesamten Spielfeld präsent. Das sollte unser Standard sein“, erklärte der Bundestrainer im ZDF.
Dass aus dem starken Auftritt seiner Mannschaft unmittelbar eine Diskussion über Kimmich entstand, gefiel Klopp allerdings überhaupt nicht. Auf die Frage nach der neuen Zusammensetzung im Mittelfeld reagierte er deutlich: „Es ist so ein schöner Abend. Und ohne es anzusprechen, wollt ihr ein Thema aufmachen, das kein Thema ist.“
Als der Reporter klarstellte, Kimmich überhaupt nicht erwähnt zu haben, entgegnete Klopp: „Und am Ende wird es eine Jo-Kimmich-Geschichte. Das kriegt ihr ja hin.“
Neue Situation auch beim FC Bayern?

Beim DFB möchte Klopp ausdrücklich keine Grundsatzdebatte um seinen Kapitän führen. „Da kann ich leider nicht mitsingen bei dem Lied“, sagte er zur möglichen Interpretation, Deutschland habe ohne Kimmich besser funktioniert. Für ihn müsse der Fußball unabhängig vom eingesetzten Personal funktionieren: „Der Fußball muss konstant bleiben – die Aufstellung kann es nicht.“
Beim FC Bayern könnte die Entwicklung von Bischof und Pavlovic dennoch interessant werden. Beide sind deutlich jünger als Kimmich und verkörpern ein dynamisches Mittelfeld, das gegen Serbien mit hoher Laufbereitschaft, aggressivem Gegenpressing und viel Zug nach vorne überzeugte.
Das bedeutet keineswegs, dass Kimmich seinen Platz beim Rekordmeister unmittelbar verliert. Der 31-Jährige besitzt mit seiner Erfahrung, seinen Qualitäten im Spielaufbau und seiner Führungsrolle weiterhin einen hohen Stellenwert. Gleichzeitig wächst mit Bischof und Pavlovic aber die Konkurrenz im eigenen Kader.
Vor allem langfristig stellt sich damit eine spannende Frage: Wie wird Vincent Kompany sein zentrales Mittelfeld aufstellen, wenn alle drei Bayern-Profis zur Verfügung stehen?
Bischof und Pavlovic haben gegen Serbien jedenfalls gezeigt, dass sie gemeinsam hervorragend funktionieren können. Was beim DFB als Experiment begann, könnte damit auch für den FC Bayern zu einer interessanten Option werden – und Kimmich künftig noch stärker um seinen Platz im Münchner Zentrum kämpfen lassen.

