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Verletzungsmisere bei Bayern: Geht die Rechnung ohne Wintertransfer auf?

Von Sebastian Mittag · · 3 Min Lesezeit

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Die Bayern setzen auf ihren Kader und die Rückkehr verletzter Stars. Doch nach dem Ausfall von Ismael Saibari stellt sich die Transferfrage mit neuer Dringlichkeit.

Der FC Bayern vertraut auf seine vorhandenen Möglichkeiten. Diese Linie haben die Verantwortlichen in den vergangenen Wochen mehrfach betont. Nach dem Verletzungsdrama gegen Borussia Dortmund bekommt die Diskussion allerdings eine andere Grundlage: Es geht nicht mehr allein darum, ob der Kader genügend Qualität besitzt. Entscheidend wird zunehmend, wie viele dieser Spieler überhaupt zur Verfügung stehen.

Noch am Samstagabend hatte Jan-Christian Dreesen zurückhaltend auf die Frage nach Wintertransfers reagiert. „Nein, ich glaube nicht, dass wir nachlegen müssen. Lucho ist auf einem guten Weg, Jamal wird zeitnah zurückkommen. Man sollte sich da nicht zu verfrüht auf irgendetwas festlegen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende.

Dreesens Rechnung setzt damit vor allem auf die Rückkehr von Luis Díaz und Jamal Musiala. Inzwischen steht allerdings fest, dass Ismael Saibari nach einem Syndesmosebandriss operiert werden musste. Nach Informationen der BILD drohen ihm mindestens drei Monate Pause. Auch Serge Gnabry fällt mit einer Muskelverletzung aus.

Ausgerechnet die eingeplanten Alternativen fehlen

Besonders brisant wird die Situation beim Blick auf eine frühere Transferdebatte. Als Díaz im September über einen zusätzlichen Mitspieler für seine Position sprach, verwies Max Eberl auf Saibari. „Von wo hat Isi heute sein Tor geschossen?“, fragte der Sportvorstand nach dem 7:0 gegen Union Berlin. Der Marokkaner hatte nach seiner Einwechslung für Díaz von der linken Seite getroffen.

Saibari war damit ein wesentliches Argument gegen einen zusätzlichen Flügelspieler. Auch Gnabry gehörte zu den Alternativen. Nun fehlen beide gleichzeitig mit Díaz. Die Flexibilität einzelner Spieler hilft wenig, wenn gleich mehrere der vorgesehenen Lösungen ausfallen.

Interimstrainer Aaron Danks kann mit Umstellungen reagieren. Alphonso Davies spielte gegen Dortmund weiter vorne, Nathaniel Brown übernahm die Zehnerposition. Auch Tom Bischof könnte offensivere Aufgaben erfüllen. Solche Varianten erweitern die Auswahl, binden die betreffenden Spieler aber zugleich auf anderen Positionen.

Für einen Verzicht auf Wintertransfers spricht weiterhin, dass sich die Lage bis Januar entspannen könnte. Musiala, Díaz und Gnabry könnten dann wieder zur Verfügung stehen. Ein Neuzugang müsste außerdem sportlich helfen und wäre nicht allein deshalb sinnvoll, weil die Verletztenliste Anfang November besonders lang ist.

Ismael Saibari
Getty Images

Saibaris voraussichtlich längere Pause verändert dennoch die Perspektive. Seine Vielseitigkeit wird den Bayern möglicherweise auch dann fehlen, wenn andere Angreifer zurückkehren.

Eberl hatte Mitte Oktober noch großes Vertrauen in den bestehenden Kader ausgesprochen. Eine neue Transferentscheidung ist bislang nicht bekannt. Die kommenden Wochen werden aber zeigen, ob die internen Lösungen auch Rotation und Entlastung ermöglichen – oder lediglich ausreichen, um die nächste Startelf zusammenzustellen.

Genau daran dürfte sich die Winterfrage entscheiden. Kommen die Verletzten rechtzeitig und belastbar zurück, bleibt der Verzicht auf eine Verstärkung nachvollziehbar. Müssen dagegen dauerhaft Spieler aus anderen Mannschaftsteilen aushelfen, wäre die Hoffnung auf einen vollständig verfügbaren Kader eine zunehmend riskante Grundlage für die zweite Saisonhälfte.

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