Für Max Eberl werden die kommenden Wochen zur entscheidenden Bewährungsprobe. Während der FC Bayern seine Wunschtransfers bereits frühzeitig abgeschlossen hat, stockt der Verkauf mehrerer Profis. Vor allem bei João Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza drohen den Münchnern empfindliche finanzielle Verluste.
Mit Nathaniel Brown und Ismael Saibari hat der Rekordmeister seine wichtigsten Neuzugänge bereits vor der Weltmeisterschaft präsentiert. Auf der Abgangsseite verlief der Transfersommer bislang ebenfalls nicht erfolglos. Unter anderem Leon Goretzka, Raphael Guerreiro, Alexander Nübel, Noel Aseko und Lovro Zvonarek verließen den Verein.
Doch drei Personalien bereiten den Verantwortlichen weiterhin Kopfzerbrechen.
Fast 100 Millionen Euro gebunden
João Palhinha und Sacha Boey trainieren seit dem Trainingsauftakt wieder unter Vincent Kompany an der Säbener Straße. Bryan Zaragoza arbeitet nach einer Knieentzündung derzeit individuell an seinem Comeback.
Gemeinsam haben die drei Spieler den FC Bayern einst rund 97,5 Millionen Euro gekostet. Für Palhinha überwiesen die Münchner rund 49,5 Millionen Euro an den FC Fulham, Boey kam für 30 Millionen Euro von Galatasaray, Zaragoza wechselte für insgesamt 18 Millionen Euro aus Granada nach München.
Nach aktuellem Stand dürfte der Rekordmeister jedoch einen erheblichen Teil dieser Investitionen abschreiben müssen.
Palhinha bleibt die größte Baustelle

Besonders kompliziert gestaltet sich die Situation bei João Palhinha. Nach Informationen der Sport BILD liegen dem Portugiesen zwar finanziell attraktive Angebote aus Saudi-Arabien und der Türkei vor, doch beide Optionen lehnt der Mittelfeldspieler aus sportlichen und familiären Gründen ab. Stattdessen bevorzugt er offenbar einen Wechsel in seine Heimat Portugal, um seinen beiden Kindern näher zu sein.
Benfica und Sporting Lissabon gelten weiterhin als Interessenten, können die von Bayern geforderten rund 25 Millionen Euro allerdings derzeit nicht aufbringen.
Als aussichtsreichster Kandidat gilt deshalb Aston Villa. Der Premier-League-Klub verfügt nach dem millionenschweren Verkauf von Morgan Rogers zum FC Chelsea über erheblichen finanziellen Spielraum. Dennoch sollen die Engländer bislang eher eine Leihe mit anschließender Kaufoption bevorzugen.
Auch bei Sacha Boey zeichnet sich noch keine schnelle Lösung ab. Zwar sollen mehrere Premier-League-Klubs Interesse zeigen, der FC Bayern hält laut BILD jedoch an seiner Forderung von rund 15 Millionen Euro fest.
Zaragoza möchte derweil möglichst nach Spanien zurückkehren. Espanyol Barcelona und der FC Sevilla werden als Interessenten gehandelt. Konkrete Verhandlungen haben nach Informationen der Sport BILD allerdings noch nicht begonnen. Ein Grund dafür soll unter anderem das Jahresgehalt des Offensivspielers von rund vier Millionen Euro sein.
Für Sportvorstand Max Eberl bleibt damit eine der wichtigsten Aufgaben dieses Transfersommers bestehen. Gelingt es dem Sportvorstand, zumindest einen Großteil des Verkaufstrios gewinnbringend abzugeben, würde das nicht nur die Kaderplanung weiter voranbringen, sondern auch den finanziellen Spielraum des FC Bayern deutlich vergrößern. Scheitern die Verkäufe hingegen, drohen den Münchnern hohe Abschreibungen auf ein Investment von nahezu 100 Millionen Euro.

