Im Streit um die Zukunft der Regionalliga bezieht Jan-Christian Dreesen klar Stellung. Der Bayern-Boss widerspricht damit dem eigenen Landesverband.
Jan-Christian Dreesen hat sich in der Diskussion um eine Reform der Regionalliga klar positioniert. Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern unterstützt das sogenannte Kompass-Modell von DFB-Präsident Bernd Neuendorf – und stellt sich damit gegen die Haltung des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV).
Neuendorfs Modell sieht vor, die bislang fünf Regionalligen zur Saison 2028/29 auf vier Staffeln zu reduzieren. Dadurch könnten künftig alle vier Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen. Bislang gibt es fünf Regionalliga-Meister, aber nur vier Aufstiegsplätze.
Dreesen hält diesen Ansatz für richtig. Der Sport BILD erklärte er: „Zunächst einmal scheint mir das Kompass-Modell der beste Kompromiss zu sein. Entscheidend ist doch aus sportlicher Sicht, dass endlich jeder Meister direkt aufsteigt“
Dreesen widerspricht dem Bayerischen Fußball-Verband
Brisant ist die Position vor allem mit Blick auf den BFV. Der Verband unter Präsident Christoph Kern hatte sich im Juni gegen das Kompass-Modell ausgesprochen. Dreesen dagegen steht hinter Neuendorf. Auch das Bundesliga-Präsidium um Hans-Joachim Watzke, dem der Bayern-Boss angehört, unterstützt das Modell laut Sport BILD einstimmig.
Dreesen drängt zudem auf eine schnelle Entscheidung: „Und ich gebe Bernd Neuendorf absolut recht: Der Fußball darf beim Thema Reformen nicht zum Sinnbild für Stillstand werden. Deshalb sollten wir jetzt auch nicht noch lange über immer neue Modelle diskutieren, sondern im Sinne des Fußballs möglichst rasch zu einem tragfähigen Konsens kommen. Ich hoffe, dass bei einem entsprechend einberufenen DFB-Bundestag die nötige Mehrheit zustande kommt.“
Für eine entsprechende Änderung der DFB-Satzung wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich. Ein außerordentlicher DFB-Bundestag ist laut Sport BILD für den 18. Dezember vorgesehen. Als Alternative steht unter anderem eine Vergrößerung der 3. Liga auf 22 Klubs mit fünf Absteigern im Raum – dabei könnten die fünf Regionalligen bestehen bleiben.

