War das ein Rückschlag für Harry Kane im Rennen um den Ballon d’Or? Beim spektakulären Nations-League-Duell zwischen England und Spanien standen am Samstag gleich zwei prominente Anwärter auf die prestigeträchtige Auszeichnung im Mittelpunkt.
Kane und Lamine Yamal trafen jeweils einmal, am Ende durfte jedoch nur der 19-jährige Spanier jubeln. Spanien gewann im Wembley mit 3:2. Besonders bitter aus Sicht des Bayern-Stürmers: Kane hatte die große Gelegenheit, England mit 3:1 in Führung zu bringen.
Kurz nach der Pause bekamen die Three Lions beim Stand von 2:1 einen Elfmeter zugesprochen. Kane übernahm die Verantwortung, rutschte beim Anlauf jedoch weg. Der Ball landete an der Latte. Wegen eines regelwidrigen Doppelkontakts hätte der Treffer ohnehin nicht gezählt.
Kane patzt – Yamal bekommt viel Lob
Für Kane war es trotz seines eigenen Treffers ein unglücklicher Abend. Nach dem vergebenen Strafstoß drehte Spanien die Partie noch. Alex Baena erzielte zunächst den Ausgleich, ehe Mikel Oyarzabal die Gäste zum 3:2-Sieg lupfte.
Yamal hatte Spanien bereits nach etwas mehr als einer Minute in Führung gebracht und sorgte auch anschließend immer wieder für Gefahr.
Das blieb auch den englischen Medien nicht verborgen. Der Guardian schrieb nach der Partie über den Barça-Star: „Man konnte den Blick nicht von Lamine abwenden.“
Auch Mitspieler Baena machte keinen Hehl daraus, wen er beim Ballon d’Or vorne sieht: „Der Gewinner muss für mich Lamine sein.“
Entscheidet ein Spiel wirklich über den Ballon d’Or?

Ob das direkte Duell tatsächlich Einfluss auf die Wahl haben wird, lässt sich nicht seriös beurteilen. Der Ballon d’Or wird schließlich anhand der Leistungen über einen deutlich längeren Zeitraum vergeben und nicht aufgrund einer einzelnen Nations-League-Partie.
Die unterschiedlichen Bilder des Abends dürften die öffentliche Diskussion dennoch befeuern: Auf der einen Seite Yamal, der beim Auswärtssieg in Wembley überzeugte. Auf der anderen Kane, der zwar ebenfalls traf, mit seinem verschossenen Elfmeter aber eine mögliche Vorentscheidung zugunsten Englands verpasste.
Die beiden Stars gehen mit dem Thema ohnehin unterschiedlich um. Yamal wirbt öffentlich offensiv für seine Kandidatur. Kane hält sich dagegen bewusst zurück.
Zuletzt erklärte der Bayern-Torjäger gegenüber der Marca: „Ich kann mich nur bei meinen Teamkollegen und allen bedanken, die mir dabei geholfen haben, dies möglich zu machen. Aber der Ballon d’Or liegt nicht in meiner Hand.“
Wer die Auszeichnung am 26. Oktober erhält, entscheiden letztlich die Wahlberechtigten. Das spektakuläre direkte Duell zwischen Kane und Yamal liefert ihnen zumindest noch einmal neuen Gesprächsstoff.

