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IMAGO / kolbert-press

Verletzungsmisere bei Bayern: Experte hinterfragt Trainingssteuerung

Von Vjekoslav Keskic · · 3 Min Lesezeit

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Die Verletzungssorgen beim FC Bayern reißen nicht ab. Mit Serge Gnabry und Ismael Saibari fallen zwei weitere Offensivspieler längerfristig aus. Sky-Experte Torben Hoffmann erklärt nun, wie Trainer auf eine solche Situation reagieren und warum auch die Trainingssteuerung beim deutschen Rekordmeister genauer betrachtet werden könnte.

Trotz des überzeugenden Erfolgs bei Atlético Madrid bleibt die angespannte Personalsituation eines der größten Probleme beim FC Bayern. In den vergangenen Wochen mussten die Münchner immer wieder verletzungsbedingte Rückschläge verkraften. Besonders die Häufung muskulärer Beschwerden bereitet Sorgen.

Zuletzt erwischte es Serge Gnabry, der sich beim 2:2 gegen Borussia Dortmund eine Muskelverletzung im linken Oberschenkel zuzog. Der Nationalspieler wird voraussichtlich bis Weihnachten fehlen. Auch Ismael Saibari steht nach seinem Syndesmoseriss und einer anschließenden Operation mehrere Monate nicht zur Verfügung.

Im Sky-Podcast „Mia san vier“ wurde deshalb die Frage diskutiert, ob die zahlreichen Ausfälle auch Auswirkungen auf das Training haben könnten. Der ehemalige Bundesliga-Profi Torben Hoffmann gab dabei interessante Einblicke in die Abläufe innerhalb einer Profimannschaft.

Trainer hinterfragen auch die medizinische Abteilung

Hoffmann erklärte, dass Trainer bei einer auffälligen Häufung von Verletzungen verschiedene Faktoren überprüfen würden. Dazu gehöre nicht nur die Belastung auf dem Trainingsplatz, sondern auch die Zusammenarbeit mit der medizinischen Abteilung.

„Dann ist es natürlich schon so, dass der Trainer natürlich auch die medizinische Abteilung erst mal hinterfragt, aber dann natürlich auch die Trainingssteuerung, die Trainingsintensität, die Spielsteuerung“, erklärte der 52-Jährige.

Aus seiner aktiven Karriere kenne er Situationen, in denen Trainer auf personelle Engpässe reagieren mussten. Teilweise seien Trainingseinheiten verkürzt oder die Intensität bewusst reduziert worden, um weitere Ausfälle zu vermeiden.

Gleichzeitig betonte Hoffmann, dass solche Entscheidungen immer von der jeweiligen Situation abhängen. In Phasen ohne englische Wochen könne es beispielsweise auch sinnvoll sein, die Belastung zu erhöhen, wenn die Mannschaft körperliche Defizite aufweise.

„Die eine oder andere Muskelverletzung zu viel“

Michael Olise
Getty Images

Im modernen Profifußball würden die Spieler inzwischen deutlich intensiver überwacht als noch zu Hoffmanns aktiver Zeit. Körperliche Werte und Belastungsdaten ermöglichten eine wesentlich genauere Trainingsplanung.

Dennoch lassen sich Verletzungen offenbar nicht vollständig verhindern. Mit Blick auf die aktuelle Situation beim FC Bayern stellte Hoffmann fest: „Die eine oder andere Muskelverletzung zu viel.“

Ob die jüngsten Ausfälle tatsächlich mit der Trainingssteuerung zusammenhängen, ließ der Sky-Experte offen. Seine Aussagen beziehen sich vielmehr auf die grundsätzlichen Möglichkeiten, mit denen Trainer und medizinische Verantwortliche auf eine Verletzungsserie reagieren können.

Für den FC Bayern kommt erschwerend hinzu, dass die Mannschaft in mehreren Wettbewerben gefordert ist. Gerade die zahlreichen englischen Wochen erschweren es dem Trainerteam, die Belastung einzelner Spieler zu reduzieren.

Nach der Länderspielpause stehen erneut mehrere intensive Wochen auf dem Programm. Umso wichtiger wird es für die Münchner sein, weitere Verletzungen zu vermeiden und die vorhandenen Kräfte möglichst gezielt einzusetzen.

Die Hoffnung ruht dabei auch auf den Rückkehrern Jamal Musiala und Luis Díaz, die dem Trainerteam in absehbarer Zeit wieder zusätzliche Optionen verschaffen könnten.

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