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Personalnotstand in der Bayern-Defensive: Schlägt nun die Stunde von Jerome Boateng und Lars Lukas Mai?

Jerome Boateng und Lars Lukas Mai
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FCB-Coach Niko Kovac muss durch die beiden langfristigen Ausfälle von Niklas Süle und Lucas Hernandez seine Viererkette erneut umbauen. Allzu viele Optionen bleiben dem 48-jährigen nicht mehr, vor allem in der Abwehrmitte. Mit Benjamin Pavard und Jerome Boateng stellt sich die Innenverteidigung quasi von alleine auf. Neben Boateng könnte auch Bayern-Youngster Lars Lukas Mai in den kommenden Wochen in den Fokus rücken.  Dem 19-jährigen winken die ersten Einsatzminuten bei den Profis in dieser Saison.

Vor einer Woche zeigte sich Niko Kovac auf der Abschluss-PK vor dem Augsburg-Spiel noch sichtlich zufrieden und freute sich über die Tatsache, dass alle Nationalspieler gesund nach München zurückgekehrt waren. Wenige Tage später dürfte die Stimmungslage beim Kroaten deutlich anders aussehen: Mit Niklas Süle (Kreuzbandriss) und Lucas Hernandez (Sprunggelenk) hat Kovac seine einstige Stamm-Innenverteidigung binnen drei Tagen „verloren“. Während Süle aller Voraussicht nach für den Rest der Saison ausfällt, wird Hernandez Medienberichten zufolge in diesem Jahr ebenfalls kein Spiel mehr für den deutschen Rekordmeister absolvieren.

Kovac muss zum wiederholten Male in dieser Saison seiner Viererkette komplett neu aufstellen. Besonders makaber ist die Tatsache, dass ausgerechnet Jerome Boateng dabei eine tragende Rolle spielen könnte.

Vom Saulus zum Paulus: Jerome Boateng ist plötzlich wieder gefragt beim FCB

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Vor knapp sechs Monaten hatte FCB-Präsident Uli Hoeneß Jerome Boateng einen „freundschaftlichen Rat“ gegeben und dem ehemaligen deutschen Nationalspieler einen Wechsel im Sommer nahe gelegt. Ende August stand der 31-jährige kurz vor einem Transfer zu Juventus Turin, der Deal platzte aber in aller letzter Sekunde. Zum Glück aus Sicht der Bayern. Der einst „verbannte“ Boateng ist plötzlich wieder gefragt in München. Neben Benjamin Pavard ist dieser der letzte verbliebene etatmäßige Innenverteidiger im Kovac-Kader.

7 Spiele hat der Weltmeister von 2014 in der laufenden Saison für den FCB wettbewerbsübergreifend absolviert. Boateng pendelt in dieser Saison zwischen Ersatzbank und Startelf und durfte meist dann ran, wenn hinten mal wieder Not am Mann. Vor allem zum Saisonauftakt, unter anderem in Leipzig, hat Boateng jedoch gezeigt, dass er nach wie vor in der Lage ist Top-Leistungen abzurufen. Der aktuelle Personalnotstand in der Defensive ist eine einmalige Chance für Boateng, mit der er vermutlich selbst nicht mehr gerechnet hätte. Der gebürtige Berliner wird in den kommenden Spielen, mangels Alternativen, gemeinsam mit Benjamin Pavard das neue Innenverteidiger-Duo bilden. Boateng erhält damit die Gelegenheit für andere Klubs vorzuspielen und seinen Marktwert nach oben zu treiben. Denn auch wenn dieser an seine Bestform von vergangenen Tagen rankommen sollte, stehen die Zeichen am Ende der Saison nach wie vor auf Abschied. Spätestens dann, wenn Süle und Hernandez wieder zurück sind.

Welche Optionen hat Kovac noch für die Innenverteidigung?

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Neben den beiden etatmäßigen Innenverteidigern Pavard und Boateng hat Kovac zwei weitere Optionen in der Defensive. Eine davon heißt Javier Martinez, der Spanier kommt unter Kovac in der Regel im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Bei Heynckes und Guardiola musste der Baske aber auch immer mal wieder in der Innenverteidigung ran, vor allem dann, wenn es personell eng wurde. Gegen Berlin wird Martinez aufgrund von muskulären Problemen wohl noch keine echte Option sein, sollte sich das Duo Pavard-Boateng jedoch nicht bewähren steht dieser durchaus zur Verfügung.

Last not least, wird Kovac wohl auch auf FCB-Youngster Lars Lukas Mai zurückgreifen müssen. Der 19-jährige Mai hat erst vor kurzem seinen Vertrag in München vorzeitig verlängert bis 2022 und hat sich in dieser Saison bei den Amateuren etabliert. Von den bisherigen zwölf Spielen in der laufenden Drittliga-Saison stand Mai in elf über die volle Distanz auf dem Platz. Mai zählt zu den größten Innenverteidiger-Talenten Deutschlands und könnten nun die Chance erhalten sich bei den Profis zu zeigen.

In seiner noch jungen Profilaufbahn kommt Mai bislang auf zwei Bundesliga-Kurz-Einsätze, beide liegen allerdings schon eineinhalb Jahre zurück: Im April 2018 lief der Innenverteidiger bei den Siegen in Hannover (3:0) und gegen Eintracht Frankfurt (4:1) auf. Mai ist aufgrund seines jungen Alters und fehlenden Erfahrung sicherlich keine Option für die Startelf, wird in den kommenden Wochen aber sicherlich zu den Profis hochgezogen und könnte bei weiteren Verletzungen durchaus seine Einsatzzeiten erhalten.