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„Das ist zynisch und heuchlerisch“ – So reagieren die Bundesliga-Klubs auf die Super League

The Super League
Foto: Super League

Die Gründung der neuen Super League sorgt nicht nur in Europa für viel Aufsehen und Kritik, auch in der Bundesliga äußern sich immer mehr Spieler, Trainer und Verantwortliche zu den grotesken Plänen von Real Madrid & Co.. Der Tenor fällt überall gleich aus – Die Super League schadet dem europäischen Fußball.



In der Nacht von Sonntag auf Montag haben zwölf Vereine aus Italien, Spanien und England bekannt gegeben, dass man ein neuen Elite-Wettbewerb gründen möchte, die sog. Super League. Fans, Medien und Experten kritisieren diese Entwicklung scharf. Auch in Bundesliga ist man entsetzt. Wir haben die entsprechenden Reaktionen für euch zusammengefasst.

Max Eberl (Sportchef Borussia M’Gladbach): „Diese Super League ist ein Klub der Superreichen, die sich mit ihrem Schritt über gewachsene Strukturen im Fußball hinwegsetzen. Es ist zynisch und heuchlerisch zu behaupten, dies sei ein Schritt zum Wohle des Fußballs.“

Hans-Joachim Watzke (Vorstandsvorsitzender Borussia Dortmund): „Die Mitglieder des Boards der European Club Association (ECA) haben sich am Sonntagabend zu einer virtuellen Konferenz zusammengeschlossen und bekräftigt, dass der Board-Beschluss vom vergangenen Freitag nach wie vor Gültigkeit hat. Dieser Beschluss besagt, dass die Klubs die geplante Reform der UEFA Champions League umsetzen wollen. Beide deutsche Klubs, die im ECA-Board vertreten sind, der FC Bayern München und Borussia Dortmund, haben in allen Gesprächen zu 100 Prozent deckungsgleiche Auffassungen vertreten.“

Oliver Mintzlaff (Vorsitzender der Geschäftsführung RB Leipzig): „Wir sind Verfechter des sportlichen Wettbewerbs. Und der sportliche Wettbewerb im Profifußball sieht vor, dass man in der nationalen Liga darum kämpft, einen Tabellenplatz zu erzielen, der zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb berechtigt. Für uns steht es überhaupt nicht zur Debatte, hieran etwas zu ändern. Die Pläne zur Gründung einer Super League lehnen wir ab.“

Rudi Völler (Sportchef Bayer Leverkusen): „Eine geschlossene Gesellschaft ist ein Verbrechen am Fußball. Für einen Klub, bei dem die Fans ‚You’ll never walk alone‘ singen ist das beschämend. Dass Bayern München und Borussia Dortmund da nicht mitmachen, zeigt, dass sie Rückgrat haben.“

Fernando Carro (Geschäftsführer Bayer Leverkusen): „Wer ins dieser Liga mitspielen will, muss aus allen nationalen Ligen aussortiert werden. Mit allen Mannschaften. Die Jugend, die Frauen – alle müssen dann raus!“

Hansi Flick (Cheftrainer FC Bayern): „Ich kenne nicht alle Details, kann mich aber nur hinter den Verein oder den BVB stellen. Das wäre nicht gut für den europäischen Fußball“

Robert Klauß (Cheftrainer 1. FC Nürnberg): „Das ist eine total beknackte Idee. Wir haben diese Super League ja schon im Sinne der Champions League. Diese Mannschaften spielen ab dem Achtelfinale, Viertelfinale jedes Jahr gegeneinander – ohne Ausnahme.“

„Niemand träumt davon die Super League zu gewinnen“

Auch zahlreiche Ex-Bundesliga-Spieler bzw. aktive Profis haben sich deutlich gegen die Super League gestellt und ihren Unmut über die sozialen Medien kund getan.

Mesut Özil (Fenerbahce Istanbul): „Kinder träumen davon die Weltmeisterschaft und die Champions League zu gewinnen – keine Super League. Das Vergnügen an großen Spielen ist, dass sie nur ein- oder zweimal im Jahr stattfinden, nicht jede Woche.“

Lukas Podolski (Antalyaspor): „Es ist eine Beleidigung meines Glaubens: Fußball ist Glück, Freiheit, Leidenschaft, Fans und für alle da. Dieses Projekt ist widerlich, nicht fair und ich bin enttäuscht zu sehen, dass Clubs, die ich vertreten habe, beteiligt sind. Kämpft dagegen an!“

Andre Herrera (Paris Saint-Germain): „Ich habe mich in den populären Fußball verliebt, in den Fußball der Fans, in den Traum, die Mannschaft meines Herzens gegen die Größten antreten zu sehen. Wenn diese europäische Superliga kommt, sind diese Träume vorbei, die Illusionen der Fans der Mannschaften, die keine Giganten sind, auf dem Feld in den besten Wettbewerben gewinnen zu können, werden enden.“