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Perez rechtfertigt die Super League-Pläne: „Wir tun es, um den Fußball zu retten“

Florentino Perez
Foto: imago images

Mit der Bekanntgabe ihrer Super League-Pläne haben die zwölf Top-Klubs aus Spanien, Italien und England ein echtes Beben in Fußball-Europa ausgelöst. Real-Präsident Florentino Perez hat sich erstmals ausführlich über die ESL geäußert und die Hintergründe des neuen Wettbewerbs erklärt. Demnach geht es den Klubs darum sich selbst und den Fußball zu retten.



Es ist ein offenes Geheimnis, dass Florentino Perez die treibende Kraft hinter den Super League-Plänen der abtrünnigen Spitzenklubs war und ist. Der 74-jährige hat sich am späten Montagabend, in der spanischen Fußball-Talksendung „El Chiringuito“, ausführlich über die ESL geäußert. Wirklich viel Neues hat der Real-Präsident dabei nicht offenbart. Die Botschaft ist klar: Die Vereine brauchen und wollen mehr Geld.

„Die Super League wird die Vereine finanziell retten“

Perez machte von Anfang an deutlich, dass es den zwölf Klubs vor allem darum geht die Erlöse zu steigern. Dies sei nur möglich in dem man mehr Spiele organisiert: „Viele wichtige Vereine in Spanien, Italien und Großbritannien möchten eine Lösung für eine sehr schlechte finanzielle Situation finden. Hier bei Real Madrid haben wir viel Geld verloren. Wir alle haben eine sehr schlechte Situation. Wenn es keinen Gewinn gibt, besteht die einzige Möglichkeit darin, unter der Woche wettbewerbsfähigere Spiele zu spielen. Die Super League wird die Vereine finanziell retten.“

Aus Sicht der ESL-Klubs befindet sich der Fußball in einem Abwärtstrend: „Der Fußball muss sich wie alles im Leben entwickeln. Er muss sich an die Zeiten anpassen, in denen wir jetzt leben. Fußball verliert das Interesse, die TV-Rechte nehmen ab. Die Pandemie hat uns die Dringlichkeit gegeben zu handeln und das haben wir mit der Super League getan.“

Laut Perez ist der Fußball besonders attraktiv, wenn das große Vereine gegeneinander spielen. Damit lassen sich vor allem die TV-Einnahmen steigern. Bei der ESL geht es jedoch nicht um einen Klub der Superreichen: „Es sind nicht nur die Reichen, die das wollen. Wir tun es, um den Fußball zu retten. Die Super League ist keine geschlossene Liga, das ist absolut nicht wahr. Wer die fünf verfügbaren Plätze gewinnt, kann mit den anderen besten Teams der Welt spielen.“

Perez über drohende UEFA-Ausschlüsse: „Keine Sorge, dass wird nicht passieren“

Die UEFA hat am Montag deutlich gemacht, dass sie alle Spieler und Klubs, die an der ESL teilnehmen aus ihren Wettbewerben ausschließen will, auch aus der Champions und Europa League. Zudem droht den Klubs ein Rauswurf aus den nationalen Ligen. Aus Sicht von Perez wird es nicht zu solch einem Szenario kommen: „Spieler, die laut der UEFA von internationalen Wettbewerben und Nationalmannschaften ausgeschlossen werden? Keine Sorge, das wird nicht passieren. Sie werden nicht gesperrt, wenn sie der Super League beitreten.“ Zudem bestätigte Perez, dass die ESL-Klubs nicht für die bevorstehenden Halbfinal-Spiele der Champions League und der Europa League gesperrt werden. „Das ist unmöglich, das kann ich versichern. Zu 100 Prozent!“

Der Real-Präsident äußerte sich auch zum FC Bayern und PSG und betonte, dass es mit beiden Klubs überhaupt keine Gespräche über einen ESL-Beitritt gab: „PSG wurde bis heute nicht eingeladen. Wir haben noch nicht einmal mit deutschen Vereinen gesprochen. Wir sind jetzt 12 Vereine, wir wollen 15 Vereine werden. Wenn PSG und Bayern München sich weigern, wird die Super League nicht abgesagt. Das ist Schwachsinn!“

„Die UEFA muss sich ändern“

Perez äußerte sich auch über UEFA-Chef Aleksander Ceferin, der am Montag sehr drastische und harsche Worte für die ESL-Gründer parat hatte: „Präsident Ceferin hat Andrea Agnelli beleidigt, das ist nicht möglich. Es ist verrückt, über einen Präsidenten eines Weltclubs wie Juventus zu diskutieren. Das ist etwas Inakzeptables, die UEFA muss sich ändern. Wir wollen keinen Präsidenten, der andere beleidigt.“

Dennoch möchte die ESL weiterhin den Dialog mit der UEFA suchen. Zeitgleich kritisierte er die neue CL-Reform: „Wir werden mit der UEFA sprechen, wie wir in der Erklärung gesagt haben. Das neue Champions League-Format für 2024 ist aber etwas Absurdes.“

Zum Abschluss machte der74-jährige nochmals deutlich, dass er keinerlei persönliche Agenda hat: „Ich habe kein persönliches Interesse daran die Super League durchzuführen. Ich bin nicht der Eigentümer von Real, sondern nur der Präsident, da Real im Besitz der Mitglieder ist. Ich will nur den Fußball retten.“