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Weltrekord-Angebot für Ribery: Darum lehnten die Bayern-Bosse ab

Franck Ribery
Foto: imago images

Im Sommer 2009 erreichte den FC Bayern ein Angebot für Franck Ribery. Karl-Heinz Rummenigge zufolge soll dies ein Angebot in Rekordhöhe gewesen sein. Der FC Bayern lehnte ab und legte damit den Grundstein für die Transferpolitik der nächsten Jahre. Während Vereine wie der BVB oder RB Leipzig Spieler laufend verpflichten und anschließend wieder verkaufen (müssen) wurde aus dem FCB kein „Verkaufsklub“.



Der Name Franck Ribery und der FC Bayern München sind auf Lebenszeit miteinander verbunden. Der Franzose wechselte einst für 25 Mio. Euro als damaliger Rekordtransfer zum FC Bayern. Der hochtalentierte Flügelstürmer kam von Olympique Marseille und schlug auf Anhieb voll ein. In der ersten Saison bildete Ribery mit Italien-Stürmer Luca Toni ein berüchtigtes Duo. Im Jahr darauf und mit der Verpflichtung von Arjen Robben wurde der Mythos „Robbery“ geboren. Der Franzose prägte die mit erfolgreichste Zeit des FCB entscheidend. Nur wenige wissen jedoch, dass es beinahe nicht dazu gekommen wäre. 2009 klopfte nämlich Real Madrid an. Die Königlichen hatten bereits den Brasilianer Kakà vom AC Mailand verpflichtet. Kostenpunkt: unglaubliche 65 Mio. Euro. Ronaldo sollte später für 94 Mio. folgen. Davor bemühte sich Real allerdings intensiv um Ribery.

Real, Ribery und ein gebrochenes Herz

Real Madrid war nach einer ernüchternden Saison im Schatten des FC Barcelona von Pep Guardiola fest entschlossen aufzurüsten und einen Angriff auf die Spitze zu wagen. Dazu sollten neue Stars her. Prunkstück der Mannschaft sollte die Offensive werden. Den Bossen schwebte ein wahrlich „galaktisches“ Trio vor. Ronaldo, Ribery und Ricardo Kaka sollten, koste es was es wolle, in die spanische Hauptstadt gelotst werden. Real Madrid wollte Ribery. Ribery wollte zu Real Madrid. Der Profi drohte den Bossen gar einen Streik an, sollten sie ihn nicht ziehen lassen. Unfassbare 70 Mio. Euro bot Real Madrid damals für den „Upcoming Star“ aus der Bundesliga. Die Führungsriege des FC Bayern legte geschlossen ein Veto ein.

Rumenigge über „Weltrekord-Angebot“

Gegenüber „Bild am Sonntag“ gab Rummenigge nun tiefere Einblicke zur Causa. Er erzählt von einem „Wahnsinns-Angebot für Franck Ribéry, das zu dieser Zeit Weltrekord in Sachen Ablöse bedeutet hätte“. „Daraufhin haben Uli Hoeneß, unser damaliger Finanz-Chef Karl Hopfner und ich uns zusammengesetzt, um eine wegweisende Entscheidung zu treffen. Wir beschlossen, Franck nicht abzugeben – und auch künftig keinen Spieler mehr zu verkaufen, der für die Qualität der Mannschaft einen so wichtigen Faktor darstellt“, erklärt Rummenigge die damalige Entscheidung.

Der Entschluss festigte das Selbstverständnis des Klubs, nachdem der FCB ein Kauf- und nicht Verkaufsverein ist. Mit dieser Philosophie fährt der FC Bayern nicht nur gut, sondern hebt sich vor allem auch entscheidend von der Bundesliga-Konkurrenz ab. Franck Ribery für seinen Teil dürfte den Bossen ihr geschlossenes „Nein“ zum Wechsel im Nachhinein wohl höchstwahrscheinlich nicht mehr nachtragen.