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Gesellschaftliche Verantwortung oder Geld für Top-Stars? Die Bayern stecken in der „Katar-Falle“ fest

Oliver Kahn
Foto: Getty Images

Der FC Bayern steht schon seit geraumer Zeit in der Kritik für seine geschäftlichen Beziehungen mit dem Wüstenstaat Katar. Nicht nur die Ultras haben ihren Unmut in den vergangenen Jahren immer wieder zum Ausdruck gebracht, jüngst hat sich auch eine Gruppe kritischer Bayern-Fans gebildet mit dem klaren Ziel die Geschäftsbeziehungen mit Katar so schnell wie möglich zu beenden. Das Problem: Die Bayern sind faktisch auf diese attraktiven Sponsoring Deals angewiesen.



Der Katar-Zoff beim FC Bayern hat zuletzt wieder deutlich mehr Fahrt aufgenommen. Beim Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg machten die FCB-Fans zuletzt mit einem Anti-Katar-Plakat erneut sehr deutlich, was sie von der Zusammenarbeit mit dem Golfstaat halten. Die Verantwortlichen in München wollten sich nach dem Spiel dazu nicht äußern. Spätestens bei der bevorstehenden Jahreshauptversammlung (25. November) werden die Bayern-Bosse jedoch Rede und Antwort stehen müssen ob und wie man künftig mit dem umstrittenen Sponsoring Deal mit Qatar Airways umgehen wird. Eine neue Initiative von Bayern-Fans hat bereits einen Mitgliederantrag eingereicht, mit dem Ziel den Deal zu beenden bzw. 2023 auslaufen zu lassen.

Wie die „BILD Zeitung“ berichtet, geht es für die Bayern bei dieser Partnerschaft um viel Geld. Geld welches man benötigt um auch in der Zukunft international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Braucht Bayern die Katar-Millionen, um die Top-Stars zu finanzieren?

Fan-Kritik am Katar-Engagement
Foto: IMAGO

Klubchef Oliver Kahn hat zuletzt immer wieder betont, dass man das klare Ziel hat die Bayern „langfristig zu den Top-3-Klubs der Welt“ zu entwickeln. Um im Konzert der Großen und neureichen Klubs mitzumischen, müssen auch die Münchner zwangsläufig tief in die Tasche greifen. Sowohl bei den Ablösen als auch bei den Gehältern. Laut der „BILD Zeitung“ kassieren die Bayern 17 Mio. Euro pro Saison für den Werbe-Deal mit Qatar Airways. Bei einem 5-Jahresvertrag sind dies stolze 85 Mio. Euro.

Klar ist: Die Bayern sind auf diese Gelder angewiesen, um seinen Top-Stars auch künftig Top-Gehälter bezahlen zu können. Mit Leon Goretzka und Joshua Kimmich haben erst kürzlich zwei Leistungsträger ihre Verträge an der Isar langfristig verlängert. Dem Vernehmen nach haben beide einen satten Sprung in Sachen Gehalt gemacht. In den kommenden Monaten stehen zudem zahlreiche weitere Gespräche an. Hierzu gehören unter anderem auch Robert Lewandowski, Manuel Neuer, Thomas Müller und Serge Gnabry. Mit letzterem sind die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten, eine finale Einigung stockt jedoch an den finanziellen Rahmenbedingungen.

Die Verantwortlichen an der Säbener Straße befinden sich in einer Zwickmühle. Während Kahn & Co. immer wieder darauf verweisen, dass die Bayern ihrer „gesellschaftlichen Verantwortung“ als Verein gerecht werden wollen, möchte und darf man zeitgleich nicht die sportlichen und wirtschaftlichen Aspekte außer Acht lassen. Welches Thema eine höhere Priorität genießt ist bisher noch nicht bekannt. Es wird spannend zu sehen wie sich die FCB-Bosse in der Causa „Katar“ in den kommenden Wochen verhalten.