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Enthüllt: WhatsApp-Gruppe der Bayern-Stars leitete früh das Kovac-Aus beim FC Bayern ein

Niko Kovac
Foto: getty images

Niko Kovac wechselte im Sommer 2018 von Eintracht Frankfurt zum FC Bayern. Der 50-jährige hatte von Anfang an keinen einfachen Stand in München. Nicht nur die Fans hatten Zweifel an dem Kroaten, auch bei den Spielern war Kovac schnell unten durch wie nun bekannt wurde.



Knapp 16 Monate saß Niko Kovac beim FC Bayern auf der Trainerbank, bevor er im November 2019 entlassen wurde. Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Kovac-Aus beim FCB nicht nur sportliche Gründe hatte. Auch die Stimmung innerhalb der Mannschaft war unter dem knallharten Trainer alles andere als optimal. Wie nun enthüllt wurde, gab es bereits von Anfang an Unstimmigkeiten zwischen den Bayern-Stars und Kovac.

Bayern-Stars halten sich nicht an Kovac-Ansage

Wie „BILD“-Fußballchef Christian Falk in seinem neuen Buch „Bayern Insider“ berichtet, kam es wenige Wochen nach der Ankunft von Kovac beim FC Bayern, bei der US-Sommer-Tour, zum ersten Zwist zwischen dem 50-jährigen und der Mannschaft.

Laut Falk wollten die Spieler bei ihrem letzten Tour-Stopp in Miami die Stadt erkunden, vor allem das bekannte Nachtleben in South Beach. Kovac hatte dieses Vorhaben jedoch direkt untersagt und beim Abendessen eine klare Ansage gemacht: „Keiner geht raus! Wir haben in drei Tagen ein unheim­lich wichtiges Testspiel. Wir müssen fokussiert und konzentriert sein. In sechs Wochen erwartet uns bereits das erste Bun­desligaspiel. Feiern geht nicht in der Vorbereitung!“

Die Kovac-Ansage kam bei den Spielern alles andere als gut an. Demnach waren einige Profis regelrecht wütend. Keine 15 Minuten nach der „Ausgangssperre“ wurde eine WhatsApp-Gruppe mit dem Namen „Miami Nights“ gegründet, in der man sich zu einer kleinen Nachttour verabredet hatte. Die Spieler hatten beschlossen sich nicht an die Anweisungen ihres Cheftrainers zu halten. Dem Vernehmen nach waren Rafinha, David Alaba, Franck Ribery und James Rodriguez die treibenden Kräfte hinter der Idee.

„Miami Nights“ werden Kovac zum Verhängnis

Wie Falk berichtet, waren die Bayern-Profis bis 6 Uhr morgens unterwegs. Am nächsten Tagen rechneten die Spieler mit entsprechenden Konsequenzen von Kovac, doch der Kroate erwähnte den Vorfall mit keinem Wort und das, obwohl die Spieler am Abend zuvor noch von dessen Bruder und Co-Trainer Robert Kovac beobachtet wurden, wie sie das Hotel verlassen haben.

Wie ein namentlich nicht genannter Spieler gegenüber Falk verriet, war das inkonsequente Verhalten von Kovac ein Eigentor: „Wenn ein Trainer so eine ‚Mr.-Hart­-Ansage‘ macht, muss er Konsequen­zen ziehen. Wir hätten das akzeptiert. Indem er nichts sagte, hatte Kovac bei uns verloren. Die Folge war: Die Mannschaft rückte in Miami noch ein weiteres Mal für eine Partynacht aus, und so ging das die nächsten Monate munter weiter. Der Respekt vor Kovac war damit von Anfang an weg.“