Nach dem dramatischen Champions-League-Aus von Real Madrid beim FC Bayern richtet sich die Wut in Spanien vor allem gegen Schiedsrichter Slavko Vincic. Die Rote Karte gegen Eduardo Camavinga sorgt für massive Diskussionen – und heftige Vorwürfe.
Die entscheidende Szene ereignete sich beim Stand von 3:2 für die Königlichen. Camavinga sah die Gelb-Rote Karte: Zunächst für ein vergleichsweise harmloses Foul an Harry Kane, anschließend für das Festhalten des Balls. Eine Entscheidung, die nicht nur auf dem Platz für Fassungslosigkeit sorgte.
Der Franzose war zuvor bereits gelb verwarnt.
„Das grenzt an Machtmissbrauch“
In Spanien schlug die Szene hohe Wellen. Die MARCA titelte mit deutlichen Worten: „Was für eine Ungerechtigkeit!“
Noch schärfer fiel die Kritik bei der AS aus. Dort war von einem „abscheulichen Schiedsrichter“ die Rede, der das Spiel „ruiniert“ habe. Die gelb-rote Karte sei „skandalös“ und einem Spiel auf diesem Niveau nicht würdig.

Auch aus Schiedsrichterkreisen kam deutliche Kritik. Der frühere spanische Referee Alfonso Pérez Burrull äußerte sich bei Radio MARCA besonders drastisch: „Es ist völlig unverhältnismäßig, einen Spieler für so eine Aktion vom Platz zu stellen.“
Er ging sogar noch weiter: „Das grenzt an Machtmissbrauch.“ Gerade in einem Spiel mit solch enormer Bedeutung müsse ein Schiedsrichter sensibler agieren und die Tragweite seiner Entscheidungen berücksichtigen.
Bayern nutzt Überzahl eiskalt
Unstrittig ist: Die Karte hatte massiven Einfluss auf den Spielverlauf. In Überzahl gelang es dem FC Bayern, die Partie noch zu drehen und sich mit 4:3 durchzusetzen. Damit machten die Münchner den Einzug ins Halbfinale perfekt, wo nun Paris Saint-Germain wartet.
Für zusätzlichen Zündstoff sorgte eine weitere Szene nach Abpfiff: Reals Arda Güler sah ebenfalls die Rote Karte, nachdem er sich sehr energisch in Richtung des Schiedsrichters geäußert hatte.
Auch Tage nach dem Spiel dürfte die Entscheidung von Vincic für Gesprächsstoff sorgen. Während die Bayern den Fokus bereits auf das Halbfinale richten, wird in Spanien weiter über die Rolle des Schiedsrichters diskutiert.
Klar ist: Dieses Spiel wird nicht nur wegen der sieben Tore in Erinnerung bleiben – sondern auch wegen einer Entscheidung, die den Ausgang maßgeblich beeinflusst haben könnte.

