Beim FC Bayern deutet sich ein überraschender personeller Umbruch hinter den Kulissen an. Kathleen Krüger, eine der prägenden Figuren im organisatorischen Bereich der Profimannschaft, steht offenbar kurz vor einem Wechsel zum Hamburger SV – und könnte dort Geschichte schreiben.
Wie die BILD und das Hamburger Abendblatt übereinstimmend berichten, gilt die 40-Jährige als Top-Kandidatin auf den vakanten Posten des Sportvorstands beim Bundesliga-Rivalen. Während die BILD Krüger die „besten Chancen“ einräumt, geht das Abendblatt noch einen Schritt weiter: Demnach soll ihre Vorstellung „in Kürze“ erfolgen.
Für den HSV wäre das nicht nur eine sportpolitisch wichtige Entscheidung, sondern auch eine historische. Krüger könnte die erste Frau werden, die in der Bundesliga die Position eines Sportvorstands bekleidet.
Krüger überzeugt im Auswahlprozess
Die Hamburger befinden sich seit dem überraschenden Abgang von Stefan Kuntz Ende 2025 auf der Suche nach einer neuen sportlichen Führung. Unterstützung holte sich der Klub dabei von einer Headhunter-Agentur, die auf Basis eines klar definierten Anforderungsprofils mögliche Kandidaten identifizierte.
Krüger stand zunächst auf einer erweiterten Liste, schaffte es jedoch schnell in die engere Auswahl – und soll im weiteren Auswahlprozess nachhaltig überzeugt haben. Dem Vernehmen nach hinterließ sie einen starken Eindruck bei den Entscheidern an der Elbe.
Dabei setzte sie sich offenbar gegen namhafte Konkurrenz durch. Auch Sebastian Kehl und HSV-Sportdirektor Claus Costa wurden zwischenzeitlich als mögliche Kandidaten gehandelt.
Bayern-DNA und jahrelange Erfahrung

Ein möglicher Abgang würde den FC Bayern durchaus treffen. Krüger ist seit vielen Jahren eng mit dem Klub verbunden und gilt als wichtige Schnittstelle zwischen Mannschaft, Trainerteam und Führungsebene.
Nach ihrer aktiven Karriere als Spielerin – unter anderem beim FC Bayern von 2004 bis 2009 – wechselte sie 2010 in den administrativen Bereich. Zunächst als Assistentin von Sportdirektor Christian Nerlinger tätig, übernahm sie später für zwölf Jahre die Rolle der Teammanagerin der Profis.
Seit 2024 verantwortet sie als Leiterin Organisation und Infrastruktur zentrale Abläufe rund um die Mannschaft. Ihr Vertrag in München ist unbefristet – ein Wechsel würde also nicht aus einer vertraglichen Notwendigkeit heraus erfolgen, sondern aus einer neuen sportlichen Perspektive.
Neuer Karriere-Schritt mit Signalwirkung
Für Krüger selbst wäre der Schritt nach Hamburg ein bedeutender Karrieresprung. Vom organisatorischen Herzstück eines europäischen Topklubs in die sportliche Gesamtverantwortung eines Traditionsvereins – dieser Wechsel hätte Signalwirkung.
Und auch für die Bundesliga wäre es ein Novum. Eine Frau an der Spitze der sportlichen Führung eines Erstligisten wäre ein Meilenstein.
Ob es tatsächlich so kommt, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden. Klar ist aber schon jetzt: Beim FC Bayern könnte eine prägende Persönlichkeit vor dem nächsten großen Schritt stehen.

