Die öffentliche Kritik von Uli Hoeneß an Julian Nagelsmann sorgt weiter für Diskussionen. Nun hat der Bundestrainer erstmals ausführlich auf die Aussagen des Bayern-Patrons reagiert – und dabei versucht, versöhnliche Töne anzuschlagen.
Im ZDF-Sportstudio machte Nagelsmann deutlich, dass er Hoeneß dessen Kritik grundsätzlich nicht übelnimmt. „Ich bin wirklich ganz, ganz selten beleidigt“, erklärte der Bundestrainer.
Und weiter: „Uli darf immer was zu mir sagen, ich habe großen Respekt vor seinem Lebenswerk.“
Ganz stehen lassen wollte der 38-Jährige die Aussagen des Ehrenpräsidenten allerdings nicht. Vor allem Hoeneß’ Kritik an den häufigen Wechseln in der Nationalmannschaft konterte Nagelsmann mit einem klaren Argument. „Es gab viele Situationen“, erklärte der DFB-Coach.
Als Beispiel führte er Aleksandar Pavlovic an. „Ich glaube im September hat Aleks Pavlovic von Beginn an gespielt. Der war im Oktober verletzt“, sagte Nagelsmann.
Mit einer kleinen Spitze Richtung Hoeneß ergänzte er anschließend: „Ich weiß nicht, ob der Uli begeistert gewesen wäre, wenn ich gesagt hätte: ‚Komm Pavlo. Die Verletzung ist egal. Du musst trotzdem spielen im Oktober.‘“
Hoeneß hatte Nagelsmann öffentlich kritisiert

Der Bayern-Patron hatte zuletzt mehrfach gegen seinen ehemaligen Trainer gestichelt. Besonders die fehlende Kontinuität in der Nationalmannschaft störte Hoeneß. „Die deutsche Mannschaft hat noch nie zweimal hintereinander mit derselben Elf gespielt“, hatte der 74-Jährige kritisiert.
Außerdem stellte Hoeneß öffentlich infrage, ob Nagelsmann ausreichend selbstkritisch sei. „Ihm fehlt ein bisschen diese Bereitschaft, zuzuhören und anzunehmen“, erklärte Hoeneß bei DAZN.
Nagelsmann sucht versöhnliche Töne
Trotzdem bemühte sich der Bundestrainer sichtbar um Deeskalation. „Ich schätze Uli extrem“, betonte Nagelsmann. Zugleich machte er klar, dass Hoeneß jederzeit direkt auf ihn zukommen könne. „Ich weiß, dass er auch meine Handynummer hat“, sagte der Nationaltrainer mit einem Schmunzeln.
Und weiter: „Ich freue mich immer, wenn er ganz zwingend ein Thema hat, Verbesserungspotenzial bei uns im Team sieht, und es mir mitteilt.“
Klar ist aber auch: Die Diskussionen rund um Nagelsmann und die Nationalmannschaft dürften mit Blick auf die bevorstehende WM nun noch intensiver werden.

