Sammer verteidigt Neuer-Rückkehr ins DFB-Team: „Er ist der Beste!“

Vjekoslav Keskic
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Matthias Sammer hat sich deutlich zur möglichen Rückkehr von Manuel Neuer ins DFB-Tor geäußert – und dabei vor allem Oliver Baumann wenig Hoffnung gemacht. Für den Ex-Bayern-Profi zählt einzig die sportliche Qualität.

Die Diskussion um die Torwartfrage bei der deutschen Nationalmannschaft spitzt sich wenige Tage vor der offiziellen WM-Nominierung immer weiter zu. Nachdem zuletzt mehrere Medien berichtet hatten, dass Julian Nagelsmann bei der Weltmeisterschaft 2026 wieder auf Manuel Neuer als Nummer 1 setzen möchte, meldete sich nun auch Matthias Sammer zu Wort.


Der ehemalige Bayern-Sportvorstand machte dabei unmissverständlich klar, dass für ihn ausschließlich Leistung zählt – und nicht Loyalität oder öffentliche Stimmung.

Sammer verteidigt die Neuer-Rückkehr

Im Gespräch mit Sky erklärte Sammer, dass die Situation rund um Neuer außergewöhnlich sei. Der Bayern-Kapitän habe sich erst spät für eine Vertragsverlängerung in München entschieden und offenbar ebenso spät signalisiert, dass er dem DFB wieder zur Verfügung stehen könnte.

Für Sammer darf das jedoch kein Argument gegen eine Rückkehr sein: „Sind wir bei einer Kaffeefahrt oder sind wir im Hochleistungssport?“, fragte der 57-Jährige provokant.

Der ehemalige Nationalspieler machte deutlich, dass im Spitzenfußball manchmal harte Entscheidungen getroffen werden müssten – selbst wenn diese für Außenstehende brutal wirken.

Sein Standpunkt ist dabei eindeutig: „Das Ziel muss sein, den besten Torhüter zum jetzigen Zeitpunkt zu haben.“ Und für Sammer gibt es daran offenbar keinerlei Zweifel: „Manuel Neuer ist der beste deutsche Torhüter, den wir haben.“

Kein Mitleid mit Oliver Baumann

Oliver Baumann
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Besonders deutlich wurde Sammer bei der Frage nach Oliver Baumann.

Der Hoffenheim-Keeper war während der kompletten WM-Qualifikation gesetzt und hatte zuletzt fest mit der Rolle als Nummer 1 gerechnet. Laut aktuellen Berichten soll Nagelsmann ihn inzwischen jedoch informiert haben, dass Neuer bei Fitness die Nummer eins für die WM sein werde.

Mitleid verspürt Sammer deswegen nicht. „Aber überhaupt nicht“, erklärte der frühere Dortmund- und Bayern-Profi. Baumann sei zwar ein „wunderbarer Mensch“ und habe eine gute Saison gespielt, dennoch gehöre genau das zur Realität im Spitzenfußball.

Sammer verwies darauf, dass gerade auf der Torwartposition nur extrem wenig Platz vorhanden sei. Deshalb müsse letztlich der Beste spielen.

Interessant: Deutlich mehr Mitgefühl zeigte Sammer für Marc-André ter Stegen. Der Barcelona-Keeper hatte sich schwer verletzt und fällt für das Turnier aus. Für Sammer ist das der eigentliche tragische Fall. „Wenn du mich gefragt hättest, ob mir Marc-André ter Stegen leidtut, dann würde ich sagen: ja“, erklärte er.

Baumann dagegen könne weiterhin spielen und Teil des Teams sein – auch wenn die Entscheidung für ihn persönlich bitter sei.

Die Aussagen von Sammer dürften die Diskussion rund um Manuel Neuer weiter anheizen.

Zuletzt hatten bereits Oliver Kahn, Felix Magath und weitere prominente Stimmen Verständnis für eine Rückkehr des 40-Jährigen gezeigt. Gleichzeitig wächst aber auch die Kritik am Kommunikationsstil von Julian Nagelsmann.

Spätestens am Donnerstag wird endgültig Klarheit herrschen, wenn der Bundestrainer seinen offiziellen 26-Mann-Kader für die Weltmeisterschaft bekannt gibt.

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