Harry Kane hat den FC Bayern mit seinem Dreierpack im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart zum Double geschossen und einmal mehr unter Beweis gestellt, warum die Münchner ihn unbedingt verpflichten wollten. Nun hat Ex-Sportvorstand Hasan Salihamidzic enthüllt, wie früh der Rekordmeister bereits am Kane-Transfer arbeitete – und welche Alternativen intern diskutiert wurden.
Im SPORT1-Doppelpass sprach der ehemalige Bayern-Boss ausführlich über die damalige Stürmersuche nach dem bevorstehenden Abschied von Robert Lewandowski.
„Als klar war, dass Lewandowski geht – das war schon im Oktober, November 2021 –, haben wir Gespräche geführt und mussten darüber nachdenken, wer der Nächste sein könnte“, erklärte Salihamidzic.
Schon damals fiel der Fokus schnell auf Harry Kane.
Der ehemalige Bayern-Sportvorstand verriet, dass die Münchner bereits sehr früh versuchten, Kontakt zum englischen Nationalspieler aufzunehmen. „Dann haben wir versucht, Kontakt aufzunehmen, und das zog sich bis zum Ende der Saison. Aber Tottenham hat damals ziemlich schnell die Tür zugemacht und wollte überhaupt nicht darüber reden“, berichtete der 49-Jährige.
Trotzdem blieb Kane intern die absolute Wunschlösung. „Wir waren fest entschlossen, dass er es sein muss, weil er wirklich Qualitäten hat, die sonst kaum einer besitzt“, betonte Salihamidzic.
Auch Haaland und Mbappe waren ein Thema
Interessant dabei: Kane war keineswegs der einzige Weltklasse-Stürmer, der an der Säbener Straße diskutiert wurde. Auch die Namen Kylian Mbappe und Erling Haaland wurde beim Rekordmeister diskutiert. „Mbappé war finanziell überhaupt nicht darstellbar. Haaland war auch ein Thema. Wir haben natürlich geschaut, dass es ein Topstürmer sein muss“, erklärte Salihamidzic.
Der Ex-Bayern-Boss machte gleichzeitig deutlich, wie wichtig ein überragender Mittelstürmer für den Rekordmeister sei. „Beim FC Bayern braucht man einen, der Spiele gewinnt, ob das damals Giovane Elber war, ob das Lewa war oder jetzt natürlich Kane.“
Besonders spannend: Nach der Verpflichtung von Thomas Tuchel im Frühjahr 2023 nahm der Kane-Transfer endgültig Fahrt auf. „Wir haben im März einen neuen Trainer bekommen: Thomas Tuchel. Etwa vier Wochen später, irgendwann im April, haben wir uns zusammengesetzt und waren uns eindeutig einig, dass Kane das Transferziel Nummer eins wird“, verriet Salihamidzic.
Kurz darauf reisten die Bayern-Verantwortlichen sogar persönlich nach London.
„Noch in derselben Woche sind wir nach London gefahren und haben die Familie getroffen. Er hat wirklich eine super Familie, Papa und Bruder sind sehr nett, wir haben gute Gespräche geführt.“
Salihamidzic erlebte Vollzug nicht mehr mit

Den endgültigen Abschluss des Deals bekam Salihamidzic allerdings nicht mehr mit. Nach dem turbulenten Saisonfinale 2023 wurde der Bosnier gemeinsam mit Oliver Kahn entlassen. Der Transfer wurde anschließend von der neuen Bayern-Führung finalisiert.
„Dann haben die Jungs das weiterverfolgt. Es war natürlich nicht einfach, Harry Kane aus London wegzuholen, aber der FC Bayern hat die Power und hat es gemacht“, sagte Salihamidzic.
Rund 100 Millionen Euro überwiesen die Münchner letztlich an Tottenham Hotspur. Rückblickend wirkt der Deal inzwischen wie ein absoluter Volltreffer. Uli Hoeneß bezeichnete die Verpflichtung sogar als den besten Transfer der Vereinsgeschichte.
Seit seinem Wechsel an die Isar kommt Kane mittlerweile auf unglaubliche 146 Tore und 33 Vorlagen in nur drei Spielzeiten – und hat sich längst zu einem der erfolgreichsten Transfers der Vereinsgeschichte entwickelt.

