Wegen Eberl-Aussagen: Hoeneß gerät selbst in die Kritik bei Bayern

Felix Flechsig
Foto: IMAGO

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Bayern-Sportvorstand Max Eberl wurde in den letzten Tagen teilweise von Uli Hoeneß angezweifelt. Dafür erntet der Bayern-Patron jetzt Kritik aus den eigenen Reihen.

Uli Hoeneß hatte am vergangenen Freitag öffentlich an einer Vertragsverlängerung von Sportvorstand Max Eberl gezweifelt. Die Chancen auf ein über 2027 hinaus gültiges Arbeitspapier schätzte er gegenüber dem Spiegel als “60:40” ein.


Unter anderem deswegen sieht sich der Bayern-Patron jetzt innerhalb des Aufsichtsrats Kritik im Zusammenhang mit Max Eberl ausgesetzt. Das berichtet Sport1. Der Hintergrund: Es war nämlich Hoeneß, der Eberl fast im Alleingang zum Sportvorstand ernannte. Er folgte damals auf den gescheiterten Oliver Kahn.

Sollte jetzt auch Eberl schon nach kurzer Zeit durch einen neuen Mann ersetzt werden, wäre dies Hoeneß’ zweite aufeinanderfolgende Fehlbesetzung – zumindest sehen es einige hinter den Kulissen so.

Hoeneß sagte nach dem Pokalfinale bezüglich Eberls Zukunft: “Ich weiß, was die Leute im Verein denken. Also möchte ich nichts sagen, zu dem ich später nicht stehen kann.” Die Botschaft ist klar: Selbst wenn Hoeneß Eberl halten will, wird er es nicht allein schaffen. Immerhin ist er nicht der Einzige, der über den Aufsichtsrat entscheidet – auch wenn es von außen oft so aussieht.

Deswegen steht Eberl in der Kritik

Laut der BILD gibt es innerhalb der Klubführung vor allem zwei zentrale Punkte, die dem Sportvorstand angelastet werden.

Zum einen sollen die Bayern-Bosse der Meinung sein, dass Eberl bei Transfers teilweise zu schnell handelt und dadurch zu hohe Summen akzeptiert. Besonders im vergangenen Sommerfenster soll intern der Eindruck entstanden sein, dass der 52-Jährige zu viele Personalien gleichzeitig vorantreiben wollte.

Namen wie Xavi Simons oder Jamie Gittens wurden demnach an der Säbener Straße diskutiert, fanden im Aufsichtsrat aber keine Zustimmung. Vor allem die finanziellen Rahmenbedingungen sollen dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben.

Zum anderen wünschen sich die Verantwortlichen offenbar mehr Härte bei Vertragsverhandlungen. Gerade die kostspieligen Verlängerungen mit Jamal Musiala, Alphonso Davies, Joshua Kimmich, Dayot Upamecano oder Alexander Nübel sollen intern kritisch bewertet worden sein.

Verhältnis zum Aufsichtsrat gilt als angespannt

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Kommunikation zwischen Eberl und dem Aufsichtsrat. Nach Informationen der BILD gibt es innerhalb der Klubführung das Gefühl, dass der Sportvorstand seine Transfer- und Kaderpläne häufig erst sehr spät präsentiert.

Demnach sollen Gespräche teilweise schon weit fortgeschritten gewesen sein, bevor der Aufsichtsrat umfassend eingebunden wurde. Gerade bei größeren Transferpaketen, die zwingend abgesegnet werden müssen, habe dies mehrfach für Spannungen gesorgt.

Hinzu kommt offenbar der Eindruck, dass Eberl mit Kritik schwieriger umgeht als frühere Bayern-Verantwortliche. Hoeneß hatte dazu bereits im September 2025 im Doppelpass bei Sport1 erklärt: “So ein harter Job führt dazu, dass man Auseinandersetzungen und andere Meinungen hat. Karl-Heinz und ich haben uns gestritten wie die Besenbinder. Aber wenn die Tür hinter uns zuging, war das wieder okay. Max ist da ziemlich empfindlich.”

Damit bleibt die Lage rund um Eberl kompliziert. Der Sportvorstand steht sportlich und intern unter Beobachtung, während Hoeneß zunehmend selbst in den Fokus rückt. Klar ist: Beim FC Bayern geht es längst nicht mehr nur um die Zukunft eines einzelnen Funktionärs, sondern auch um die Frage, wer für die jüngsten Personalentscheidungen die Verantwortung trägt.

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