Sportlich erlebt der FC Bayern gerade eine erfolgreiche Phase mit Meisterschaft und Pokalsieg. Trotzdem gibt es hinter den Kulissen weiterhin Diskussionen um Sportvorstand Max Eberl.
Die Zukunft von Max Eberl beim FC Bayern bleibt trotz des Double-Gewinns offenbar weiter offen. Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte zuletzt im Gespräch mit dem Spiegel erklärt, dass die Chancen auf eine Vertragsverlängerung des Sportvorstands „60 zu 40“ stünden. Besonders bemerkenswert: Auf die Frage, ob weiterhin Zweifel an Eberl bestünden, antwortete Hoeneß knapp mit „Ja!“.
Wie die BILD berichtet, gibt es innerhalb der Bayern-Führung gleich mehrere Punkte, die kritisch gesehen werden.
Dabei galt Eberl lange als Wunschlösung von Hoeneß. Schon während dessen Zeit bei Borussia Mönchengladbach soll sich der Bayern-Patron intensiv für den heutigen Sportvorstand eingesetzt haben. Immer wieder kam es laut dem Bericht zu Treffen am Tegernsee, bis Hoeneß die Verpflichtung schließlich durchsetzte.
Allerdings soll vor allem Karl-Heinz Rummenigge intern weiterhin zu den größten Kritikern Eberls gehören.
Transferpolitik sorgt für Diskussionen
Laut BILD gibt es insbesondere zwei zentrale Kritikpunkte an der Arbeit des 52-Jährigen.
Zum einen werfen ihm die Bayern-Bosse offenbar vor, bei Transfers zu schnell zu handeln und dadurch zu hohe Summen zu akzeptieren. Vor allem im vergangenen Sommerfenster habe Eberl laut dem Bericht zu viele Transfers gleichzeitig vorantreiben wollen.
Unter anderem Namen wie Xavi Simons oder Jamie Gittens seien intern diskutiert worden, stießen im Aufsichtsrat allerdings nicht auf Zustimmung – vor allem aus finanziellen Gründen.
Zum anderen wünschen sich die Klub-Bosse offenbar mehr Härte bei Vertragsverhandlungen. Gerade die kostspieligen Verlängerungen mit Spielern wie Jamal Musiala, Alphonso Davies, Joshua Kimmich, Dayot Upamecano oder Alexander Nübel sollen intern kritisch bewertet worden sein.
Verhältnis zum Aufsichtsrat gilt als kompliziert
Ein weiterer Punkt betrifft offenbar die Kommunikation mit dem Aufsichtsrat.
Laut BILD besteht innerhalb der Klubführung das Gefühl, dass Eberl seine Transfer- und Kaderpläne häufig erst dann präsentiert, wenn die Gespräche praktisch schon abgeschlossen sind. Gerade bei größeren Transferpaketen, die vom Aufsichtsrat abgesegnet werden müssen, habe das mehrfach für Spannungen gesorgt.
Zudem soll intern der Eindruck bestehen, dass Eberl mit Kritik schwieriger umgeht als frühere Bayern-Verantwortliche.
Hoeneß hatte dazu bereits im September 2025 im “Doppelpass” bei SPORT1 erklärt: „So ein harter Job führt dazu, dass man Auseinandersetzungen und andere Meinungen hat. Karl-Heinz und ich haben uns gestritten wie die Besenbinder. Aber wenn die Tür hinter uns zuging, war das wieder okay. Max ist da ziemlich empfindlich.“
Auch unterschiedliche Arbeitsweisen sorgen für Reibung
Offenbar spielen zudem unterschiedliche Vorstellungen bei der täglichen Arbeit eine Rolle.
Laut BILD stößt vor allem Eberls Umgang mit seiner Freizeit bei Hoeneß teilweise auf Unverständnis. Der Sportvorstand soll sonntags regelmäßig Spaziergänge mit seiner Frau und seinem Hund unternehmen und dabei bewusst das Handy zu Hause lassen.
Für Hoeneß, der für seine permanente Erreichbarkeit bekannt war, sei diese Arbeitsweise nur schwer nachvollziehbar.

Eberl selbst hatte zuletzt erneut betont, wie wichtig solche Ruhephasen für ihn seien – insbesondere nach seiner Burnout-Erkrankung während seiner Gladbach-Zeit.
Wie es langfristig mit Eberl weitergeht, dürfte wohl erst im August entschieden werden. Dann beschäftigt sich der Aufsichtsrat laut dem Bericht konkret mit einer möglichen Vertragsverlängerung über 2027 hinaus.
Eberl selbst machte zuletzt deutlich, dass er sich weiterhin beim FC Bayern sieht: „Ich mache es mit sehr, sehr viel Herzblut und mit sehr, sehr viel Freude. Und wenn man mich lässt, dann bin ich auch bereit, es weiterzumachen.“

