Der FC Bayern könnte nach einer sehr erfolgreichen Saison eigentlich komplett in ruhigen Fahrwassern schwimmen. Wäre da nicht die Debatte rund um die Zukunft von Sportvorstand Max Eberl. Diese sorgt auch weiterhin für Diskussionen.
Uli Hoeneß, der Ehrenpräsident beim FC Bayern, war es höchstselbst, der diese Diskussionen wieder entfacht hat. Er sprach rund um das Pokalfinale davon, dass es noch Zweifel gibt, ob Eberl weiterhin der richtige Mann ist. Hoeneß teilte mit, dass die Chancen “60:40” stehen, was eine Eberl-Verlängerung angeht.
Der Sportvorstand des FC Bayern zeigte sich überrascht, aber auch kämpferisch. Wohlwissend, dass Hoeneß nicht zum ersten Mal Aussagen in dieser Art getätigt hat.
“Geht nicht nur um das Sportliche”
Mittlerweile hat sich auch Lothar Matthäus zur Causa Eberl geäußert. Der Rekordnationalspieler des DFB hat in seiner Kolumne bei Sky die aktuellen Entwicklungen bewertet.
“Wichtig ist: Es geht hier nicht nur um das Sportliche oder eine Kaderzusammenstellung. Es geht um Grundsätzliches beim FC Bayern. Der Klub ist seit Jahrzehnten erfolgreich – nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich. Und genau deshalb wird auch in erfolgreichen Zeiten hinterfragt: Was können wir besser machen? Wo können wir effizienter werden”, so Matthäus generell.

Ein gesundes Selbstbild gehört für den Ex-Nationalspieler auf jeden Fall dazu. “In den vergangenen Jahren hat Bayern viel investiert – in Transfers, in Gehälter, in Vertragsverlängerungen. Das gehört zur Entwicklung eines Topklubs dazu. Aber gleichzeitig stellt man sich intern die Frage, ob jede Entscheidung im Nachhinein die richtige war”, erklärt Matthäus.
Deswegen sieht er die aktuelle Entwicklung um Eberl auch alles andere als dramatisch. “Ich sehe aktuell keinen Grund, seine Rolle grundsätzlich infrage zu stellen. Und ganz ehrlich: 60:40 klingt auch besser als 40:60. Trotzdem gehört es beim FC Bayern dazu, dass jede Personalie geprüft und jede Entscheidung hinterfragt wird. Das ist das Business und die Verpflichtung des Vereins”, so Matthäus.

