Der FC Bayern feiert das Double, doch hinter den Kulissen bleibt die Lage angespannt. Vor allem Sportvorstand Max Eberl steht trotz Meisterschaft und Pokalsieg weiter unter Beobachtung. Dabei wird nun bekannt: Ausgerechnet Eberl verhinderte offenbar, dass Vincent Kompany zum heißen Kandidaten auf die Nachfolge von Pep Guardiola bei Manchester City wurde.
Die Diskussionen rund um Max Eberl bekamen rund um das Pokalfinale neue Dynamik. Uli Hoeneß hatte zuletzt öffentlich erklärt, die Chancen auf eine Vertragsverlängerung des Sportvorstands stünden bei „60 zu 40“ – verbunden mit dem Hinweis, dass „noch Zweifel“ vorhanden seien.
Kurz vor dem Finale gegen den VfB Stuttgart legte der Ehrenpräsident bei Sky sogar noch einmal nach. Auf die Frage, ob der Pokalsieg Eberls Position stärken würde, antwortete Hoeneß ausweichend: „Ich bin zu Max sehr gut eingestellt, aber ich weiß, was im Verein gedacht wird.“
Nach dem 3:0-Erfolg gegen Stuttgart stellte sich Eberl den Fragen zur eigenen Zukunft offensiv. Der 52-Jährige machte keinen Hehl daraus, dass ihn der Zeitpunkt der Aussagen irritierte. „Ich war natürlich überrascht heute an dem Tag, dass das so passiert“, erklärte Eberl. Besonders deutlich wurde er mit Blick auf das Timing: „Am Finaltag fand ich das nicht den richtigen Zeitpunkt.“
Gleichzeitig zeigte sich der Bayern-Boss demonstrativ gelassen. „Wenn man nicht mehr möchte, dass ich weitermache, gehe ich nach Hause. Mein Leben wird weitergehen“, sagte Eberl.
Kompany-Verlängerung als strategischer Coup
Was Eberl im internen Machtkampf helfen könnte: Hinter den Kulissen trieb er frühzeitig die Vertragsverlängerung mit Vincent Kompany voran, wie die tz berichtet.
Bereits im Oktober 2025 verlängerte der Belgier seinen Vertrag beim FC Bayern vorzeitig bis 2029. Ein Schritt, der sich nun als strategisch enorm wichtig herausstellen könnte.
Denn nach dem angekündigten Abschied von Pep Guardiola bei Manchester City galt Kompany zuletzt immer wieder als möglicher Nachfolger bei den Skyblues. Guardiola selbst hatte den Bayern-Coach in der Vergangenheit öffentlich gelobt und mit einer Trainerkarriere auf höchstem Niveau in Verbindung gebracht.
Wäre Kompany nur noch bis 2027 gebunden gewesen, hätten spätestens jetzt wohl intensive Spekulationen begonnen.
Eberl wollte möglichen City-Vorstoß verhindern

Eberl bestätigte indirekt, dass die frühe Verlängerung auch mit möglichen Entwicklungen auf dem Trainermarkt zusammenhing. „Natürlich versuchst du, einen Markt vorwegzugehen, bevor vielleicht etwas entsteht“, erklärte der Sportvorstand gegenüber der tz.
Gleichzeitig betonte er aber vor allem das Vertrauen in den Bayern-Trainer: „Wir haben gemerkt, was für einen besonderen Trainer wir verpflichtet haben.“
Besonders stolz zeigte sich Eberl darüber, wie geräuschlos die Verlängerung damals verlief: „Es hat eine Woche gedauert und es war das erste Mal seit langer Zeit, dass so etwas sehr geräuschlos über die Bühne gegangen ist.“
Trotz des sportlichen Erfolgs bleibt die Zukunft Eberls offen. Im August soll der Aufsichtsrat seine Arbeit umfassend bewerten.
Fest steht jedoch: Ohne Eberls frühzeitiges Handeln hätte der FC Bayern im Sommer womöglich deutlich größere Sorgen um Vincent Kompany haben müssen.

