Der Abschied von Kingsley Coman vom FC Bayern verlief offenbar deutlich komplizierter als bislang bekannt. Nun sind neue Details rund um den Wechsel des Franzosen nach Saudi-Arabien ans Licht gekommen.
Kingsley Coman gehörte jahrelang zu den prägenden Spielern beim FC Bayern. Umso überraschender kam im vergangenen Sommer der Wechsel des Franzosen zu Al Nassr nach Saudi-Arabien.
Wie die BILD nun berichtet, sollen die Münchner intern massiv auf einen Abschied des Flügelspielers hingearbeitet haben – sogar per WhatsApp.
Demnach habe der FC Bayern Coman Ende Juli 2025 per Nachricht empfohlen, einen Wechsel in die Saudi Pro League noch einmal intensiv zu überdenken.
Besonders brisant: Laut dem Bericht wollte der Franzose zu diesem Zeitpunkt eigentlich weiterhin in München bleiben. Trotzdem sollen die Bayern-Bosse den Druck in den darauffolgenden Wochen erhöht haben, um den Transfer doch noch über die Bühne zu bringen.
Am Ende wechselte Coman schließlich zu Cristiano Ronaldos Klub Al Nassr. Rund 25 Millionen Euro Ablöse flossen dafür an den deutschen Rekordmeister.
Bayern brauchte dringend Transfer-Einnahmen
Der Hintergrund für den Verkauf soll vor allem finanzieller Natur gewesen sein.
Denn kurz zuvor hatten die Münchner bereits Luis Diaz vom FC Liverpool verpflichtet. Für den kolumbianischen Nationalspieler überwies der FC Bayern rund 70 Millionen Euro nach England.
Die Einnahmen durch den Coman-Transfer kamen den Bayern deshalb offenbar gerade recht.
Sportlich zahlte sich die Verpflichtung von Diaz anschließend voll aus. Der Offensivspieler überzeugte direkt in seiner ersten Saison mit starken 26 Toren und 23 Vorlagen in 51 Pflichtspielen.
Dass Comans Abschied intern nicht komplett harmonisch verlief, hatte der Franzose später selbst angedeutet.
Im Gespräch mit L’Équipe erklärte der 29-Jährige: „Ganz am Ende des Transfers gab es Dinge, die die Situation komplizierter machten – die ich hier nicht nenne.“
Besonders aufschlussreich wurde Coman anschließend bei seiner Beschreibung der damaligen Situation: „Ich wurde nicht rausgedrängt, aber mir wurde gesagt, dass der Verein aufgrund seiner finanziellen Situation für einen Abgang offen sei.“
„Ein Teil des Vereins wollte mich gehen sehen“
Auch emotional schien der Abschied Spuren hinterlassen zu haben.
Coman erklärte weiter: „Ich hatte die Liebe des Trainers, der Fans, einiger Vorstandsmitglieder … aber nicht aller.“

Und noch deutlicher: „Es gab einen Teil des Vereins, der mich gehen sehen wollte.“
Der Transfer sorgte laut Süddeutscher Zeitung sogar intern beim FC Bayern für Missverständnisse. Sportvorstand Max Eberl soll ursprünglich davon ausgegangen sein, die Einnahmen aus dem Coman-Verkauf direkt wieder in neue Transfers investieren zu dürfen.
Der Aufsichtsrat erlaubte demnach allerdings nur noch Leihgeschäfte. Damit wurde Comans Abschied letztlich nicht nur sportlich, sondern offenbar auch intern zu einem hochsensiblen Thema an der Säbener Straße.

