„Ich habe Bock zu zocken“: Lennart Karl sorgt für WM-Euphorie

Vjekoslav Keskic
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Lennart Karl hat seine nächste große Bühne genutz. Beim souveränen 4:0-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft gegen Finnland feierte das Bayern-Talent sein Startelfdebüt und überzeugte mit einer mutigen, unbekümmerten Vorstellung.

Für den 18-Jährigen hätte die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft kaum besser laufen können. Nachdem ihn Julian Nagelsmann überraschend in den WM-Kader berufen hatte, durfte Karl gegen Finnland erstmals von Beginn an für die A-Nationalmannschaft auflaufen. Der Offensivspieler zahlte das Vertrauen mit einer starken Leistung und einem Assist zurück.


Schon im Vorfeld hatte sich angedeutet, dass Nagelsmann dem Bayern-Juwel eine Chance geben würde. Die endgültige Bestätigung erhielt Karl allerdings erst am Sonntagmorgen bei der Spielbesprechung.

Auf dem Platz zeigte sich der Youngster anschließend völlig unbeeindruckt.

„Ich habe einfach Bock zu zocken“

Nach dem Spiel erklärte Karl im ZDF mit seiner gewohnt lockeren Art, warum er derzeit so unbekümmert auftritt: „Ich habe einfach Bock zu zocken.“

Und weiter: „Ich gebe ja Vollgas. Dann kommen ein paar Skills dazu. Ein bisschen lustige Sachen kommen dazu. Das ist einfach mein Spielwitz.“

Genau diese Lockerheit machte den Bayern-Profi zu einem der auffälligsten Akteure auf dem Platz. Immer wieder suchte er das Eins-gegen-eins, ging ins Risiko und sorgte für kreative Momente im deutschen Offensivspiel.

Nagelsmann und Kimmich voll des Lobes

Lennart Karl
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Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann zeigte sich nach der Partie zufrieden mit seinem Youngster.

„Er ist ein Spieler, der auf verschiedenen Positionen spielen kann und für uns sehr wertvoll sein wird“, erklärte der DFB-Coach.

Besonders beeindruckt zeigte sich Nagelsmann davon, wie aktiv Karl das Spiel suchte: „Er hat viel probiert, hat viel riskiert und super viele Aktionen gehabt.“

Noch deutlicher wurde Joshua Kimmich. Der Bayern-Kapitän sieht in Karls Unbekümmertheit eine große Stärke.

„Er soll sich Dinge zutrauen, soll sich die Bälle nehmen, soll Risiko gehen, soll sich Abschlüsse nehmen – und dann kommen solche Leistungen wie heute dabei raus“, erklärte Kimmich.

Bayern-Star als Vorbild für die nächste Generation

Kimmich betonte zudem, wie wichtig es sei, jungen Spielern das nötige Vertrauen zu schenken.

„Es muss nicht alles gelingen. Da dürfen auch Fehler dabei sein, da dürfen Ballverluste dabei sein. Aber wichtig ist, dass man auch nach einem dritten oder vierten Ballverlust das fünfte Mal wieder probiert.“

Für den Mittelfeldspieler verkörpert Karl genau die Mentalität, die eine Mannschaft auf höchstem Niveau braucht.

„Es bringt keinen vorwärts, wenn man sich nichts traut, wenn man Angst hat. Genau sowas brauchen wir wie den Lenny, der sich viele Dinge zutraut, mutig ist und an sich selbst glaubt.“

Nach seinem starken Auftritt gegen Finnland dürfte Lennart Karl seine Chancen auf weitere Einsatzminuten bei der Weltmeisterschaft deutlich erhöht haben. Die nächste Bewerbung für einen Platz in Nagelsmanns Turnierplan hat der Bayern-Youngster jedenfalls eindrucksvoll abgegeben.

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