Klare Worte von Goretzka: DFB-Team gehört nicht zu den WM-Favoriten

Vjekoslav Keskic
Foto: IMAGO

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Leon Goretzka blickt der Weltmeisterschaft 2026 mit gemischten Gefühlen entgegen. Der ehemalige Bayern-Profi möchte nicht nur sportlich erfolgreich sein, sondern auch die Enttäuschungen der vergangenen Turniere hinter sich lassen. Gleichzeitig zeigt sich der Mittelfeldspieler bemerkenswert ehrlich, wenn es um die Rolle der deutschen Nationalmannschaft bei der WM geht.

Die deutsche Nationalmannschaft reist mit deutlich weniger Vorschusslorbeeren zur Weltmeisterschaft als noch vor einigen Jahren. Nach den enttäuschenden Turnieren 2018 und 2022 gehört die DFB-Auswahl nicht mehr automatisch zum engsten Favoritenkreis auf den Titel.


Für Leon Goretzka ist diese Einschätzung durchaus nachvollziehbar. Der Mittelfeldspieler, der bei beiden vergangenen Weltmeisterschaften dabei war, sieht die aktuelle Ausgangslage realistisch.

„Ich habe nicht das Gefühl, dass wir im Kreise der Top-Favoriten dazugehören. So ehrlich müssen wir sein“, erklärte der 31-Jährige im Gespräch mit der FIFA.

Damit spricht Goretzka offen aus, was viele Experten seit Monaten betonen. Die deutsche Nationalmannschaft besitzt zwar zweifellos Qualität, muss sich nach den vergangenen Jahren jedoch erst wieder dauerhaft auf höchstem Niveau beweisen.

Goretzka will verlorenes Vertrauen zurückgewinnen

Besonders die jüngsten WM-Enttäuschungen beschäftigen den Mittelfeldspieler weiterhin. Sowohl 2018 in Russland als auch 2022 in Katar schied Deutschland bereits in der Gruppenphase aus.

Für Goretzka ist die bevorstehende Weltmeisterschaft deshalb auch eine Chance zur Wiedergutmachung. „Das möchte man natürlich geraderücken“, betonte der ehemalige Bayern-Star.

Dabei denkt er vor allem an die Fans, deren Verhältnis zur Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren gelitten hat. „Man spürt, dass einfach die Euphorie, dass die Nähe zu den Fans und auch vielleicht der Zuspruch der Fans nicht mehr so da ist. Wir haben den ein bisschen verspielt und möchten den natürlich zurückverdienen“, erklärte Goretzka.

Der Mittelfeldspieler macht keinen Hehl daraus, dass genau dies seine größte Motivation für das Turnier ist.

„Das ist eigentlich meine persönlich größte Motivation und so geht es auch der ganzen Mannschaft“, versicherte er.

„Ich wäre lieber Top-Favorit“

Leon Goretzka
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Trotz aller Realitätsnähe kann sich Goretzka mit der Außenseiterrolle nicht vollständig anfreunden. „Ganz ehrlich – ich wäre lieber Top-Favorit“, erklärte der Nationalspieler offen.

Der Grund dafür liegt für ihn auf der Hand. Aus seiner Zeit beim FC Bayern kennt er die Situation, als Favorit in einen Wettbewerb zu gehen. „Das kenne ich aus dem Verein gut und dann sind die Chancen am höchsten, dass man es auch zieht“, sagte Goretzka.

Gleichzeitig weiß er jedoch, dass eine andere Selbsteinschätzung aktuell kaum glaubwürdig wäre. „Trotzdem wäre das einfach aufgrund der letzten Jahre nicht angebracht, sich da jetzt selber als Favorit auf den WM-Titel zu bezeichnen“, stellte er klar.

Dennoch sieht der Mittelfeldspieler in der aktuellen Ausgangslage auch Chancen. Deutschland könne aus der Rolle des Herausforderers zusätzliche Energie schöpfen.

„Die Rolle, die wir jetzt haben, ist mit Sicherheit auch nicht schlecht, und sobald man die annimmt, kann man daraus natürlich auch Stärke gewinnen“, erklärte Goretzka.

Besonders optimistisch stimmt ihn die Entwicklung innerhalb des Teams. „Wenn wir es schaffen, dass wir auch innerhalb des Turniers als Mannschaft wachsen, dann sind uns keine Grenzen gesetzt.“

Auch wenn Goretzka beim WM-Auftakt wohl zunächst nicht zur ersten Elf gehören wird, macht seine Aussage deutlich: Der frühere Bayern-Profi glaubt weiterhin daran, dass Deutschland bei dieser Weltmeisterschaft für eine Überraschung sorgen kann.

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