Bayern-Torwart Jonas Urbig sorgt für DFB-Novum bei der WM

Vjekoslav Keskic
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Jonas Urbig gehört offiziell nicht zum 26-köpfigen WM-Kader der deutschen Nationalmannschaft. Dennoch stand der Torhüter des FC Bayern beim offiziellen Mannschaftsfoto der DFB-Elf mittendrin – und schrieb damit ein kleines Stück DFB-Geschichte.

Vor dem Training am Mittwoch versammelte sich die deutsche Nationalmannschaft zum offiziellen Teamfoto der Weltmeisterschaft 2026. Dabei fiel ein Detail sofort ins Auge: Neben den 26 nominierten Spielern war auch Jonas Urbig auf dem Bild zu sehen.


Der 22-Jährige sorgt damit für ein Novum. Obwohl die FIFA für das Turnier einen Kader von maximal 26 Spielern erlaubt, stand mit Urbig ein 27. Akteur auf dem offiziellen Mannschaftsfoto der DFB-Auswahl.

Nagelsmann setzt auf vier Torhüter

Der Hintergrund ist schnell erklärt: Bundestrainer Julian Nagelsmann entschied sich bewusst dafür, einen vierten Torhüter mit in die USA zu nehmen. Urbig soll vor allem den Trainingsbetrieb unterstützen und dafür sorgen, dass die Torhüter-Einheiten sowie Spielformen unter optimalen Bedingungen durchgeführt werden können.

Gerade bei einem langen Turnier mit hoher Belastung bietet ein zusätzlicher Keeper wichtige Flexibilität.

Doch der Bayern-Keeper erfüllt noch eine weitere Funktion.

Sollte sich einer der drei offiziellen Torhüter Manuel Neuer, Oliver Baumann oder Alexander Nübel während des Turniers verletzen, könnte der DFB einen Schlussmann nachnominieren. In diesem Fall wäre Urbig bereits vor Ort, vollständig im Trainingsrhythmus und sofort einsatzbereit.

Eine solche Vorsichtsmaßnahme erscheint durchaus sinnvoll. Vor allem Manuel Neuer war mit einer Wadenverletzung in die WM-Vorbereitung gestartet und musste die Testspiele gegen Finnland und die USA noch verpassen.

Neuer vor dem Comeback

Manuel Neuer
Foto: Getty Images

Mittlerweile haben sich die Vorzeichen jedoch deutlich verbessert.

Der 40-Jährige ist inzwischen wieder vollständig ins Mannschaftstraining eingestiegen und absolvierte zuletzt sogar die Spielformen gemeinsam mit seinen Teamkollegen. Nach aktuellem Stand spricht vieles dafür, dass Neuer am Sonntag gegen Curaçao sein lang erwartetes Comeback im DFB-Tor feiern wird.

Für Urbig dürfte es damit zunächst bei der Rolle des Trainings- und Ersatzkeepers bleiben. Dennoch zeigt seine Mitreise, wie hoch der FC-Bayern-Torhüter inzwischen beim DFB eingeschätzt wird.

Auch wenn Urbig offiziell nicht zum WM-Kader gehört, sammelt er wertvolle Erfahrungen auf höchstem internationalen Niveau.

Der junge Schlussmann arbeitet täglich mit Manuel Neuer, Oliver Baumann und Alexander Nübel zusammen und bekommt einen direkten Einblick in den Ablauf eines großen Turniers. Für seine weitere Entwicklung könnte diese Zeit genauso wertvoll sein wie ein Einsatz auf dem Platz.

Und wer weiß: Sollte während des Turniers tatsächlich ein Torhüter ausfallen, wäre Jonas Urbig bereits zur Stelle – und aus dem 27. Mann könnte plötzlich ein offizieller WM-Teilnehmer werden.

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