Jamal Musiala soll bei der Weltmeisterschaft einer der Schlüsselspieler der deutschen Nationalmannschaft sein. Doch kurz vor dem WM-Auftakt gegen Curaçao gibt es weiterhin Fragezeichen hinter der Form des Bayern-Stars. Nun hat sich auch Lothar Matthäus kritisch zur aktuellen Situation geäußert.
Die Erwartungen an Jamal Musiala sind riesig. Der Offensivspieler des FC Bayern gilt seit Jahren als eines der größten Talente im Weltfußball und sollte bei der Weltmeisterschaft eigentlich eine tragende Rolle in der Mannschaft von Julian Nagelsmann übernehmen.
Bislang ist davon allerdings nicht allzu viel zu sehen.
In den beiden Vorbereitungsspielen gegen Finnland und die USA zeigte Musiala zwar immer wieder seine außergewöhnlichen technischen Fähigkeiten, der große Einfluss auf das Spiel blieb jedoch aus. Vor allem die Leichtigkeit und Konsequenz, die ihn vor seiner schweren Verletzung ausgezeichnet haben, sind bislang nur phasenweise zu erkennen.
Matthäus zeigt sich skeptisch: Kommt die WM für Musiala zu früh?
Lothar Matthäus sieht die Entwicklung mit Sorge. „Er ist leider nicht in der Form, die ich mir wünsche und die ich kenne“, erklärte der Rekordnationalspieler mit Blick auf den Bayern-Star.
Zwar hofft Matthäus weiterhin auf eine Leistungssteigerung im Laufe des Turniers, wirklich überzeugt wirkt er davon allerdings nicht. „Ich hoffe, dass er diesen Schritt in den nächsten ein, zwei Wochen noch gehen wird. Ich glaube aber nicht, dass er es schafft“, betonte der 65-Jährige.
Eine Aussage, die durchaus für Diskussionen sorgen dürfte.
Tatsächlich teilen viele Beobachter diese Einschätzung zumindest teilweise.
Dabei geht es weniger um grundsätzliche Zweifel an Musialas Fähigkeiten. Vielmehr stellt sich die Frage, ob die Weltmeisterschaft möglicherweise noch etwas zu früh kommt.
Knapp ein Jahr nach seiner schweren Verletzung bei der Klub-WM wirkt der 23-Jährige zwar körperlich stabil, doch gerade bei explosiven Aktionen scheint noch nicht jedes Detail selbstverständlich zu funktionieren.
Musiala sucht häufig das Eins-gegen-eins, versucht, Verantwortung zu übernehmen, und fordert den Ball. Dennoch fehlt in vielen Situationen die letzte Überzeugung, die ihn einst zu einem der gefährlichsten Offensivspieler Europas gemacht hat.
Sammer und Völler bleiben optimistisch

Während Matthäus eher skeptisch auf die aktuelle Form blickt, sehen andere Experten die Entwicklung deutlich positiver.
Matthias Sammer erklärte zuletzt, Musiala dürfe es nicht zu kompliziert angehen und müsse wieder mehr Vertrauen in seine eigenen Qualitäten entwickeln. Der ehemalige Bayern-Berater ist überzeugt, dass der Spielmacher bereits bei diesem Turnier den nächsten Entwicklungsschritt machen kann.
Auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler macht sich keinerlei Sorgen. „Kein Problem. Der wird hier super aufgebaut. Er ist ganz nah dran, wieder der alte Jamal Musiala zu werden“, betonte Völler.
Besonders optimistisch zeigte sich der 66-Jährige mit Blick auf die kommenden Spiele: „Ich bin total optimistisch, dass das schon im nächsten Spiel wieder funktioniert.“
Die nächste Gelegenheit dafür bietet sich bereits am Sonntag. Dann trifft Deutschland zum Auftakt der Weltmeisterschaft auf Curaçao. Vieles deutet darauf hin, dass Musiala von Beginn an auflaufen wird.

