Jamal Musiala gilt als einer der wichtigsten Hoffnungsträger der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026. Umso überraschender ist eine Einschätzung von Thomas Müller und Jürgen Klopp. Die beiden Fußball-Promis würden den Bayern-Star beim WM-Auftakt gegen Curaçao zunächst nicht in die Startelf stellen.
Während Bundestrainer Julian Nagelsmann seine endgültige Entscheidung noch nicht öffentlich getroffen hat, wagten Thomas Müller und Jürgen Klopp beim WM-Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika bereits einen Blick voraus.
Im Rahmen der Übertragung bei MagentaTV stellten beide ihre persönliche Wunsch-Aufstellung für das erste deutsche Gruppenspiel gegen Curaçao zusammen – und sorgten dabei für eine kleine Überraschung.
Denn in ihrer Elf tauchte Jamal Musiala zunächst nicht auf.
Musiala soll als Joker kommen
Stattdessen entschieden sich Müller und Klopp für eine offensive Reihe mit Florian Wirtz, Leroy Sané und Deniz Undav hinter Mittelstürmer Kai Havertz.
Musiala würde nach den Vorstellungen des Duos zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen und erst im Laufe der Partie eingewechselt werden.
Der Hintergrund liegt vor allem in der körperlichen Verfassung des Bayern-Stars.
Nach seiner schweren Verletzung in der vergangenen Saison hat Musiala bislang nur selten über die volle Distanz gespielt. Zwar befindet sich der 23-Jährige auf dem Weg zurück zu seiner Bestform, dennoch sehen Klopp und Müller den richtigen Zeitpunkt für einen Startelfeinsatz offenbar noch nicht gekommen.
Die Idee dahinter: Musiala könnte seine Stärken besonders dann ausspielen, wenn die Kräfte beim Gegner nachlassen und Räume entstehen.
Zweifel an der aktuellen Form

Die Diskussion kommt nicht überraschend.
In den vergangenen Wochen wurde immer wieder darüber gesprochen, ob Musiala bereits wieder bei 100 Prozent angekommen ist. Zwar zeigte der Offensivspieler in den Testspielen gegen Finnland und die USA gute Ansätze, die dominante Rolle, die ihn beim FC Bayern auszeichnet, konnte er bislang aber noch nicht konstant ausfüllen.
Auch Lothar Matthäus hatte zuletzt Zweifel geäußert, ob Musiala bei dieser Weltmeisterschaft bereits wieder seine absolute Topform erreichen kann.
Andere Stimmen wie Matthias Sammer oder DFB-Sportdirektor Rudi Völler zeigen sich dagegen deutlich optimistischer und rechnen fest damit, dass der Bayern-Star im Verlauf des Turniers den entscheidenden Schritt machen wird.
Ein weiterer Grund für Musialas Bankplatz ist die starke Form von Deniz Undav.
Der Stürmer des VfB Stuttgart überzeugte zuletzt in den Testspielen und genießt offenbar auch bei Thomas Müller hohes Ansehen. „Wenn alle fit sind, sehe ich Undav als exzellente Option. Er hat einfach einen Riecher. Ich habe mich auf diese Undav-Idee eingeschossen“, erklärte Müller bei MagentaTV.
Auch Klopp zeigte sich überzeugt und sieht Undav flexibel genug, um hinter Havertz eine wichtige Rolle einzunehmen.
Nagelsmann dürfte anders planen
Ob Musiala tatsächlich auf der Bank beginnt, bleibt allerdings fraglich.
Nach Informationen aus dem DFB-Training deutet derzeit vieles darauf hin, dass Nagelsmann den Bayern-Star von Beginn an bringen möchte. Musiala gehörte zuletzt in den internen Trainingsspielen regelmäßig zur vermeintlichen A-Elf und dürfte gegen Curaçao gute Chancen auf einen Startelfeinsatz besitzen.
Dennoch zeigt die Einschätzung von Klopp und Müller, dass die Diskussion um Musialas optimale Rolle bei dieser Weltmeisterschaft noch längst nicht beendet ist.
Fest steht: Für die deutsche Nationalmannschaft wird der Offensivspieler im weiteren Turnierverlauf eine Schlüsselrolle einnehmen. Die Frage ist lediglich, ob bereits vom Anpfiff an oder zunächst als Joker von der Bank.

