Für Max Eberl werden die kommenden Wochen richtungsweisend. Nach den erfolgreichen Verpflichtungen von Ismael Saibari und Nathaniel Brown hat der Bayern-Sportvorstand seine Position intern gestärkt. Bis zur Aufsichtsratssitzung Ende August wartet jedoch die nächste Bewährungsprobe auf den 52-Jährigen.
Als Uli Hoeneß kurz vor dem DFB-Pokalfinale erklärte, die Chancen auf einen Verbleib Eberls über den Sommer 2027 hinaus stünden derzeit bei „60 zu 40“, war das ein deutliches Signal. Der Ehrenpräsident machte damit öffentlich, dass der Sportvorstand das volle Vertrauen der Klubführung noch nicht genießt.
Spätestens seit diesem Zeitpunkt dürfte Eberl klar gewesen sein, dass der laufende Transfersommer entscheidend für seine Zukunft beim deutschen Rekordmeister werden könnte.
Saibari und Brown bringen Eberl Pluspunkte
Wie SPORT1 berichtet, hat Eberl in den vergangenen Wochen intern jedoch wichtige Pluspunkte gesammelt. Besonders die Verpflichtungen von Ismael Saibari und Nathaniel Brown werden an der Säbener Straße positiv bewertet.
Beide Transfers wurden früh vorbereitet und ohne größere öffentliche Hängepartien abgeschlossen. Für das Duo investierte der FC Bayern insgesamt rund 100 Millionen Euro.
Passend dazu erklärte Eberl nach der Verpflichtung von Saibari: „Solche Transfers entstehen nicht aus dem Moment heraus, sondern aus vorausschauender Arbeit: Entscheidend war, dass wir uns früh bei ihm positioniert haben.“
Gerade dieses vorausschauende Handeln soll im Aufsichtsrat positiv aufgenommen worden sein.
Mit den beiden Neuzugängen scheint die Transferplanung auf der Zugangsseite vorerst abgeschlossen. Nun richtet sich der Fokus auf die Verkaufsliste.
Nach Informationen von SPORT1 erwartet der Aufsichtsrat, dass Eberl einen erheblichen Teil der Investitionen durch Transfererlöse wieder kompensiert und gleichzeitig die Gehaltskosten reduziert.
Erste Einnahmen wurden bereits erzielt. Daniel Peretz, Alexander Nübel und Jonah Kusi-Asare haben den Verein bereits verlassen und brachten zusammen rund 20 Millionen Euro ein.
Weitere Erlöse zeichnen sich ebenfalls ab. Jonathan Asp Jensen steht vor einem Wechsel zu Deportivo La Coruña, während Noel Aseko zu Eintracht Frankfurt wechseln soll.
Eberl-Entscheidung fällt Ende August

Die größten Baustellen bleiben allerdings bestehen. Vor allem Sacha Boey, João Palhinha und Bryan Zaragoza sollen den Verein verlassen. Bislang liegen für das Trio jedoch keine konkreten Angebote vor, die den Vorstellungen der Münchner entsprechen.
Auch Min-jae Kim und Hiroki Ito zählen weiterhin zu den Spielern, bei denen ein Verkauf im Sommer nicht ausgeschlossen ist.
Interessant ist zudem die Entwicklung auf der linken Abwehrseite. Durch die Verpflichtung von Nathaniel Brown besitzt Alphonso Davies erstmals seit längerer Zeit ernsthafte Konkurrenz. Laut SPORT1 gilt der Kanadier zwar für die kommende Saison weiterhin als wichtiger Bestandteil der Mannschaft, ein Verkauf im Sommer 2027 sei jedoch nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Ende August kommt der Bayern-Aufsichtsrat zusammen und wird sich auch mit der Zukunft von Max Eberl beschäftigen. Bis dahin hat der Sportvorstand noch genügend Zeit, seine positive Transferbilanz weiter auszubauen.
Mit Saibari und Brown hat Eberl bereits wichtige Argumente geliefert. Ob diese am Ende für eine Vertragsverlängerung reichen, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie erfolgreich er den Kader in den kommenden Wochen verschlankt und weitere Einnahmen generiert.

