Michael Olise hat bei der WM eindrucksvoll gezeigt, wie stark er als Spielmacher agieren kann. Damit könnte sich beim FC Bayern eine spannende Personalfrage ergeben – denn auf der Zehnerposition hat Vincent Kompany künftig gleich mehrere hochkarätige Optionen.
Michael Olise überzeugte bei der Weltmeisterschaft nicht nur auf dem Flügel. Nachdem Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps ihn während des Turniers von der rechten Außenbahn ins offensive Zentrum beordert hatte, blühte der Bayern-Star auf. Zwar blieb Frankreich der große Titel verwehrt, Olise unterstrich mit seinen Leistungen jedoch einmal mehr seine außergewöhnlichen Qualitäten als Spielmacher.
Im Gespräch mit der französischen L’Équipe erklärte der 24-Jährige zudem, weshalb ihm diese Rolle besonders liegt: „Diese Rolle bietet mehr Freiheit. Dort habe ich als Jugendspieler gespielt. Deshalb fühlt sie sich für mich am natürlichsten an.“
Nach Informationen des kicker möchte Olise diese Position künftig auch auf Vereinsebene häufiger bekleiden. Damit könnte sich beim FC Bayern eine der spannendsten Personalfragen der neuen Saison entwickeln.
Nach dem Abschied von Thomas Müller und dem gescheiterten Transfer von Florian Wirtz schien Jamal Musiala als langfristige Lösung auf der Zehn vorgesehen zu sein. Der Nationalspieler erhielt sogar die prestigeträchtige Rückennummer 10. Durch seine Verletzung musste Vincent Kompany zuletzt allerdings umdenken.
Wer spielt bei Bayern auf der Zehn?
Serge Gnabry übernahm die Rolle hinter Harry Kane und wusste mit starken Leistungen zu überzeugen. Gleichzeitig stehen mit Sommer-Neuzugang Ismael Saibari und Top-Talent Lennart Karl weitere Spieler bereit, die das offensive Zentrum bekleiden können. Sollte nun auch Olise dauerhaft Ansprüche auf diese Position anmelden, hätte Kompany auf einer Schlüsselposition gleich mehrere hochkarätige Optionen.
Die Frage lautet allerdings, ob ein Positionswechsel tatsächlich die beste Lösung wäre. Auf dem rechten Flügel gehört Olise bereits zu den gefährlichsten Offensivspielern Europas. Mit seinem Zug nach innen und den präzisen Abschlüssen ins lange Eck entwickelte er sich zu einer der wichtigsten Offensivwaffen der Münchner.
Jedoch zeigte der Franzose bei der WM eindrucksvoll, welches Potenzial als Spielmacher in ihm steckt. Zwar blieb ihm ein eigener Treffer verwehrt, dafür bereitete er sieben Tore vor, war damit bester Vorlagengeber des Turniers und stellte sogar einen historischen Rekord von Pelé aus dem Jahr 1970 ein.
Für Vincent Kompany könnte genau diese Entwicklung zu einem echten Luxusproblem werden. Mit Musiala, Gnabry, Saibari, Karl und nun auch Olise verfügt der Bayern-Coach über außergewöhnlich viele Optionen für die Zehnerposition – und damit über eine der spannendsten Baustellen vor dem Saisonstart.

