Der FC Bayern hat auf Schalke überraschend Punkte liegen gelassen. Beim 0:0 in Gelsenkirchen verzichtete Vincent Kompany zunächst auf Harry Kane und Michael Olise. Nach dem enttäuschenden Ergebnis stellt sich nun die Frage: Hat der Bayern-Coach zu viel rotiert?
Kompany hatte sich vor der Partie für eine veränderte Startelf entschieden. Kane und Olise, die zuvor im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück über die volle Distanz auf dem Platz standen, mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen. Stattdessen durften unter anderem Lennart Karl und Ismael Saibari von Beginn an ran.
Auf Schalke zeigte sich allerdings, dass den Münchnern vor allem in der Offensive die nötige Durchschlagskraft fehlte. Zwar dominierte Bayern die Partie über weite Strecken, klare Torchancen blieben jedoch Mangelware.
Die wenigen guten Chancen, die der Rekordmeister hatte, wurden entweder vom starken Schalker Torhüter Loris Karius entschärft oder leichtfertig vergeben. Auch nach der Einwechslung von Kane und Olise zur zweiten Halbzeit änderte sich am Ergebnis nichts. Schalke verteidigte leidenschaftlich und brachte den Punkt über die Zeit.
Kompany erklärt seine Entscheidung
Kompany verteidigte die Rotation nach der Partie und verwies vor allem auf die Belastung seiner beiden Offensivstars. Die Entscheidung sei „einfach eine rationale Entscheidung“ gewesen.
„Da ist es nicht selbstverständlich, dass man sagt: ‚Du machst 90 Minuten, 90 Minuten, 90 Minuten.‘ Das Pokalspiel in Osnabrück hat auch Kraft gekostet. Da kannst du nicht immer diese volle Belastung auf diese Jungs packen“, erklärte der Bayern-Coach.
Für Kompany ging es damit um eine bewusste Belastungssteuerung. Kane und Olise sollten nicht bereits früh in der Saison unnötig viele Minuten sammeln. Dass beide nach der Pause dennoch gebraucht wurden, zeigt allerdings auch, wie schwierig die Partie für die Münchner wurde.
Für Max Eberl war das Remis dennoch kein Grund zur Panik. „Wenn wir dieses Spiel zehnmal spielen, gewinnst du neunmal und einmal nicht. Und dieses eine Mal war heute“, erklärte der Bayern-Sportvorstand nach der Partie.
War die Rotation ein Fehler?
Die Frage, ob die Rotation ein Fehler war, stellt sich dennoch. Nach dem 4:1-Erfolg im Pokal und dem überzeugenden 5:1 zum Bundesliga-Auftakt gegen Stuttgart wollte Kompany seine Leistungsträger bewusst schonen. Gleichzeitig zeigte die Partie auf Schalke, wie wichtig Kane und Olise für Bayerns Offensive sind.

Besonders problematisch: Selbst als die beiden nach der Pause ins Spiel kamen, gelang es dem Rekordmeister nicht, den Abwehrriegel der Gastgeber zu knacken. Damit verlor der FC Bayern erstmals seit September 2024 die Tabellenführung in der Bundesliga und steht nach zwei Spieltagen nur auf Rang sechs.
Ob das Spiel mit Olise und Kane in der Startaufstellung anders gelaufen wäre, ist nicht zu beantworten. Fakt ist jedoch: Bayern hat in Gelsenkirchen zwei Punkte liegen gelassen. Und Kompanys Entscheidung, mit Kane und Olise zunächst auf zwei seiner wichtigsten Offensivspieler zu verzichten, sorgt nach dem Spiel zumindest für Diskussionen.

