Beim FC Bayern ist die Nachfrage nach Tickets weiterhin gigantisch. Die Allianz Arena ist bei Bundesliga-Heimspielen mit 75.000 Zuschauern regelmäßig bis auf den letzten Platz gefüllt. Während andere deutsche Traditionsklubs derzeit über größere Stadien nachdenken, sind den Münchnern allerdings die Hände gebunden.
Wie die BILD berichtet, waren sämtliche Bundesliga-Heimspiele des deutschen Rekordmeisters bereits ausverkauft, bevor die neue Saison überhaupt begonnen hatte. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Nachfrage beim deutschen Klassiker gegen Borussia Dortmund.
Für das Heimspiel gegen den BVB gingen demnach fast 350.000 Ticketanfragen beim FC Bayern ein. Rein rechnerisch könnte der Rekordmeister die Allianz Arena damit mehr als viermal füllen. Ein Großteil der interessierten Fans geht zwangsläufig leer aus.
Die naheliegende Frage lautet deshalb: Warum macht Bayern die Allianz Arena nicht einfach größer?
Bei 75.000 Zuschauern ist Schluss
Andere Bundesligisten beschäftigen sich längst mit einer Erhöhung ihrer Stadionkapazitäten. Unter anderem bei Eintracht Frankfurt, dem 1. FC Köln, dem Hamburger SV und Schalke 04 gibt es entsprechende Überlegungen beziehungsweise Planungen.
Beim FC Bayern gestaltet sich die Situation anders. Eine Erweiterung der Allianz Arena kommt unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht infrage. Der Grund liegt laut BILD nicht beim Verein selbst.
Die Stadt München hat die zulässige Kapazität der Allianz Arena auf maximal 75.000 Zuschauer begrenzt. Solange sich an dieser Vorgabe nichts ändert, kann Bayern trotz der enormen Nachfrage keine zusätzlichen Plätze schaffen.
Dabei wurde die Kapazität des Stadions seit der Eröffnung im Jahr 2005 bereits mehrfach angepasst. Mittlerweile ist jedoch die von der Stadt vorgegebene Obergrenze erreicht.
Gerade angesichts der enormen Popularität des Rekordmeisters dürfte eine größere Arena wirtschaftlich durchaus interessant sein. Die aktuellen Zahlen zeigen jedenfalls, dass zusätzliche Plätze bei vielen Partien problemlos verkauft werden könnten.
Bayern könnte deutlich mehr Tickets verkaufen

Das Beispiel des Dortmund-Spiels verdeutlicht die Dimension besonders eindrucksvoll. Bei knapp 350.000 Anfragen und lediglich 75.000 verfügbaren Plätzen übersteigt das Interesse die Kapazität der Allianz Arena um ein Vielfaches.
Hinzu kommt, dass nicht alle 75.000 Plätze überhaupt in den freien Verkauf gelangen. Dauerkarten, Gästekontingente, Sponsorenplätze und weitere reservierte Bereiche reduzieren die Zahl der tatsächlich verfügbaren Tickets zusätzlich.
Für viele Bayern-Fans bleibt der Stadionbesuch deshalb gerade bei den Topspielen ein schwieriges Unterfangen. Selbst Mitglieder haben bei besonders gefragten Partien keine Garantie, eine Eintrittskarte zu erhalten.
Eine einfache Lösung ist vorerst nicht in Sicht. Solange die Stadt München an der maximal zulässigen Kapazität von 75.000 Zuschauern festhält, sind den Verantwortlichen an der Säbener Straße bei einer möglichen Erweiterung die Hände gebunden.
Damit befindet sich der FC Bayern in einer durchaus kuriosen Situation: Während andere Vereine ihre Stadien vergrößern möchten, könnte der Rekordmeister angesichts seiner enormen Nachfrage ebenfalls deutlich mehr Zuschauer gebrauchen – darf seine Arena aktuell aber nicht weiter ausbauen.

