Luis Díaz gehörte in seiner ersten Saison beim FC Bayern zu den absoluten Leistungsträgern. Aktuell läuft es für den Kolumbianer allerdings deutlich weniger rund. Vor allem vor dem gegnerischen Tor fehlt dem 29-Jährigen die Konsequenz – und ausgerechnet jetzt meldet sich mit Serge Gnabry ein weiterer Konkurrent zurück.
Die Zahlen verdeutlichen Díaz‘ aktuelle Probleme. In sechs Pflichtspielen und 465 Einsatzminuten kommt der Linksaußen bislang auf lediglich einen Treffer und keine Vorlage. Besonders auffällig: Bei 15 Abschlüssen ließ der Kolumbianer bereits acht Großchancen ungenutzt.
Damit ist der Kontrast zur vergangenen Saison enorm. Nach seinem rund 70 Millionen Euro teuren Wechsel vom FC Liverpool nach München schlug Díaz sofort ein. In 51 Pflichtspielen gelangen ihm 26 Tore und 23 Vorlagen.
Von dieser Effizienz ist er momentan weit entfernt. Díaz selbst lässt sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen. „Ich bin auf der Suche nach meiner besten Version und werde sie bald finden. Ich glaube, im nächsten Spiel kommt dieses Tor“, erklärte er gegenüber Sky.
Kompany stärkt Díaz den Rücken
Die nächste Gelegenheit bietet sich bereits am Freitagabend gegen Union Berlin. Ausgerechnet gegen die Köpenicker erzielte Díaz in der vergangenen Saison einen der spektakulärsten Treffer seiner Karriere.
Seinen Treffer beim 2:2 im November bezeichnete der Kolumbianer als „Straßentor“. Díaz rettete den Ball zunächst unmittelbar an der Torauslinie, kam wieder auf die Beine und traf anschließend aus extrem spitzem Winkel.
„Das ist schwierig, weil ich sehr, sehr schöne Tore geschossen habe. Aber es ist eines der besten Tore, die ich in meiner Karriere gemacht habe“, sagte Díaz über seinen spektakulären Treffer.
Auch Vincent Kompany ist davon überzeugt, dass der Knoten bei seinem Offensivspieler bald wieder platzt. Der Bayern-Coach verwies vor dem Union-Spiel auf die jüngsten Eindrücke von der Säbener Straße.
„Er hat im Training wahnsinnig viele Tore gemacht. Es war eine gute Woche für ihn. Wenn er das durchsetzt im Spiel, dann ist alles wieder in Ordnung für ihn.“
Gnabry erhöht den Druck auf Díaz

Gleichzeitig wächst der Konkurrenzkampf in der Bayern-Offensive. Serge Gnabry steht unmittelbar vor seinem Comeback. Beim 2:1 in Elversberg gehörte der 31-Jährige nach seiner langen Verletzungspause bereits wieder zum Kader, wurde aber noch nicht eingesetzt.
Gegen Union soll sich das ändern. „Wir haben bei Serge lange gewartet, bis er das Signal gibt, dass er sich gut fühlt. Ich schätze, dass er gegen Union Minuten bekommen wird“, erklärte Kompany.
Dabei könnte Gnabry perspektivisch auch für Díaz zum Konkurrenten werden. „Serge hat letzte Saison sehr gut auf der Zehnerposition gespielt, aber auch auf dem Flügel“, betonte der Bayern-Trainer.
Für Díaz steigt damit der Druck. Der Kolumbianer besitzt weiterhin Kompanys Rückendeckung, muss seine zahlreichen Möglichkeiten vor dem Tor aber wieder konsequenter nutzen. An Motivation mangelt es ihm jedenfalls nicht: „Ich habe immer Lust, mehr zu wollen, mehr zu holen.“
Gegen Union möchte Díaz nun seine eigene Prognose wahr machen und seine Ladehemmung beenden. Gleichzeitig kehrt mit Gnabry ein Spieler zurück, der den Konkurrenzkampf in Bayerns Offensive spürbar verschärfen dürfte.

