
Machtkampf in München? Bayern droht Streit um neuen Scouting-Chef
Beim FC Bayern bahnt sich nach dem angekündigten Abschied von Chefscout Nils Schmadtke die nächste spannende Personalentscheidung an. Der deutsche Rekordmeister muss die wichtige Position im Scouting neu besetzen. Mit Christopher Vivell von Manchester United wird bereits ein prominenter Kandidat gehandelt. Doch offenbar herrscht innerhalb der sportlichen Führung keine Einigkeit über eine mögliche Verpflichtung.
Wie BILD-Fußballchef Christian Falk und Reporter Julian Agardi im Podcast „Bayern Insider“ berichten, gehört Vivell zu den Namen, die im Zusammenhang mit der Schmadtke-Nachfolge diskutiert werden. Der 39-Jährige kennt Sportdirektor Christoph Freund aus seiner Zeit im Red-Bull-Kosmos und könnte aufgrund dieser Verbindung ein interessanter Kandidat sein.
Allerdings gibt es offenbar Widerstand gegen eine mögliche Verpflichtung. Nach Informationen der tz soll Sportvorstand Max Eberl nicht davon überzeugt sein, einen weiteren hochrangigen Funktionär mit Red-Bull-Vergangenheit nach München zu holen. Damit könnte die Suche nach einem neuen Scouting-Chef komplizierter werden als zunächst angenommen.
Eberl wollte Schmadtke offenbar gar nicht verlieren
Schon die Hintergründe der Trennung von Nils Schmadtke werfen Fragen auf. Der 37-Jährige wird den FC Bayern zum 31. Januar 2027 verlassen, obwohl sein Vertrag ursprünglich noch bis zum Sommer gelaufen wäre.
Nach Informationen von Christian Falk hätte Eberl seinen engen Vertrauten gerne behalten. „Das muss von ganz oben gekommen sein. Max Eberl hätte ihn anscheinend wirklich sehr gerne behalten, aber konnte da auch keine Lanze mehr brechen“, erklärte der BILD-Reporter.
Demnach könnte die Entscheidung zur Trennung auf einer höheren Führungsebene getroffen worden sein. Zuletzt waren Berichte über interne Unstimmigkeiten und Kritik an Schmadtkes Führungsstil aufgetaucht. Auch der Vorwurf, vertrauliche Informationen an Medien weitergegeben zu haben, stand im Raum.
Schmadtke selbst hat diese Anschuldigungen inzwischen entschieden zurückgewiesen. In einer ausführlichen Stellungnahme auf LinkedIn betonte er, niemals vertrauliche Informationen weitergegeben oder Mitarbeiter herabgewürdigt zu haben.
Auch einen Zusammenhang zwischen den veröffentlichten Vorwürfen und seinem Abschied vom FC Bayern bestritt der bisherige Chefscout ausdrücklich.
Vivell-Spur kühlt ab: Eberl offenbar nicht überzeugt

Bei der Suche nach einem Nachfolger könnte Christopher Vivell grundsätzlich eine interessante Lösung darstellen. Der 39-Jährige verfügt über Erfahrung im internationalen Scouting und arbeitete bereits für mehrere namhafte Vereine. Aktuell steht er bei Manchester United unter Vertrag.
Besonders seine Verbindung zu Christoph Freund könnte für einen Wechsel nach München sprechen. Agardi erklärt im Podcast: „Ich könnte mir vorstellen, dass das Interesse von ihm selbst, zum FC Bayern zu gehen, sicherlich sehr groß ist“.
Allerdings scheint ein entsprechender Wechsel derzeit keineswegs unmittelbar bevorzustehen. Wie die tz berichtet, hat sich die Spur zu Vivell zuletzt deutlich abgekühlt. Ein wesentlicher Grund sollen die Vorbehalte von Max Eberl sein.
Der Sportvorstand stehe der Idee skeptisch gegenüber, einen weiteren wichtigen Entscheidungsträger aus dem Red-Bull-Netzwerk zum FC Bayern zu holen.
Es wäre vermutlich nicht das erste Mal, dass Eberl und Freund sich bei Personalentscheidungen nicht einig werden. In der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte, über ein angespanntes Verhältnis zwischen den beiden.
Als mögliche Übergangslösung wird laut BILD auch Chris Kresse gehandelt. Der bisherige Bayern-Mitarbeiter könnte zunächst zusätzliche Aufgaben innerhalb der Scouting-Abteilung übernehmen. Damit hätten die Münchner mehr Zeit, eine dauerhafte Lösung zu finden.
Die Personalentscheidung ist auch mit Blick auf die kommenden Transferperioden von großer Bedeutung. Schließlich soll die Scouting-Abteilung unter anderem neue Talente identifizieren und mögliche Verpflichtungen frühzeitig vorbereiten.
