Der Ausfall von Lennart Karl sorgt weiterhin für große Bestürzung im deutschen Fußball. Nach der offiziellen Bestätigung des WM-Aus des Bayern-Talents hat sich nun auch Lothar Matthäus zu Wort gemeldet. Der Rekordnationalspieler sieht den Verlust des 18-Jährigen als herben Rückschlag für die deutsche Nationalmannschaft.
Lennart Karl wird die Weltmeisterschaft 2026 verpassen. Die Diagnose eines Muskelbündelrisses im linken Oberschenkel beendete die Hoffnungen des Offensivspielers auf seine erste Teilnahme an einem großen internationalen Turnier.
Für den Bayern-Youngster ist die Verletzung besonders bitter. Schließlich hatte er sich in den vergangenen Monaten zu einem der größten Gewinner unter Bundestrainer Julian Nagelsmann entwickelt und sich mit starken Leistungen in den Vordergrund gespielt.
Vor allem sein überzeugender Auftritt beim 4:0-Erfolg gegen Finnland hatte seine Chancen auf einen Platz in der Startformation deutlich erhöht. Umso größer war der Schock, als sich Karl ausgerechnet im Abschlusstraining vor dem letzten WM-Test gegen die USA schwer verletzte.
Auch Lothar Matthäus zeigte sich von der Nachricht tief betroffen.
Matthäus: „Es hat mich geschockt“

Der Rekordnationalspieler hatte sich bereits in den vergangenen Wochen mehrfach positiv über Karl geäußert und dessen Entwicklung hervorgehoben. Umso größer fiel nun seine Enttäuschung aus.
„Es hat mich geschockt und es tut mir sehr leid für den Jungen. Es ist auch ein großer sportlicher Verlust für Julian Nagelsmann und die Mannschaft. Lennart Karl hat es sehr gut gemacht“, erklärte Matthäus im Gespräch mit Kerry Hau.
Der TV-Experte sieht in Karls Ausfall nicht nur einen persönlichen Rückschlag für den Spieler, sondern auch eine sportliche Schwächung für die deutsche Nationalmannschaft.
Mit seinen Dribblings, seiner Unbekümmertheit und seiner Kreativität hätte der 18-Jährige dem DFB-Team zusätzliche Optionen in der Offensive geben können. Gerade in engen Spielen gegen tiefstehende Gegner sind solche Qualitäten oft von entscheidender Bedeutung.
Trotz aller Enttäuschung richtete Matthäus den Blick jedoch auch auf die Zukunft des Bayern-Talents.
„Aber er hat noch viele Möglichkeiten, viele Turniere vor sich. Das kann ihn stärker machen“, betonte der Weltmeister von 1990.
Auch Bayern jetzt nun umplanen
Sportlich reagierte der DFB bereits auf den Ausfall. Mit Assan Ouedraogo wurde ein weiteres Top-Talent nachnominiert, das künftig für frische Impulse sorgen soll.
Dennoch ist intern klar, dass mit Karl ein Spieler fehlt, der sich zuletzt einen wichtigen Platz innerhalb des Teams erarbeitet hatte. Die deutsche Nationalmannschaft verliert damit eine zusätzliche kreative Option für die Offensive.
Auch beim FC Bayern werden die Auswirkungen der Verletzung genau beobachtet. Nach aktuellem Stand dürfte Karl mehrere Wochen ausfallen.
Bei einem Muskelbündelriss im Oberschenkel liegt die Ausfallzeit in vielen Fällen zwischen zwei und drei Monaten. Da der Youngster bereits zuvor mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte, dürfte bei seiner Rehabilitation besondere Vorsicht geboten sein.
Damit wird Karl aller Voraussicht nach auch den Start der Sommervorbereitung verpassen. Der FC Bayern beginnt seine Vorbereitung auf die neue Saison am 20. Juli. Ob der Offensivspieler bis dahin wieder vollständig belastbar sein wird, erscheint aktuell fraglich.
Im günstigsten Fall könnte eine Rückkehr zum Bundesliga-Auftakt möglich sein. Eine verlässliche Prognose lässt sich derzeit jedoch noch nicht treffen.
Fest steht hingegen bereits jetzt: Sowohl die deutsche Nationalmannschaft als auch der FC Bayern werden in den kommenden Wochen auf einen Spieler verzichten müssen, dem viele Experten eine große Zukunft zutrauen. Die Worte von Lothar Matthäus zeigen dabei eindrucksvoll, welchen Eindruck Lennart Karl trotz seines jungen Alters bereits hinterlassen hat.

