Mit Jürgen Klopp beginnt beim DFB eine neue Ära. Die Hoffnungen auf eine sportliche Trendwende sind groß, doch beim FC Bayern mahnt man zur Geduld. Sportvorstand Max Eberl sieht im neuen Bundestrainer zwar die ideale Besetzung – warnt aber davor, den 59-Jährigen als alleinigen Heilsbringer zu betrachten.
Seit seiner offiziellen Vorstellung als Bundestrainer steht Jürgen Klopp im Mittelpunkt des deutschen Fußballs. Nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft soll der frühere Erfolgscoach von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool die Nationalmannschaft wieder zurück an die Weltspitze führen.
Beim FC Bayern genießt Klopp großes Vertrauen. Gleichzeitig betont Max Eberl, dass der Erfolg der DFB-Auswahl von weit mehr Faktoren abhängt als nur vom neuen Bundestrainer.
Eberl: „Anders als ein Vereinstrainer“
Auf der Pressekonferenz zur Vorstellung von Neuzugang Nathaniel Brown sprach der Bayern-Sportvorstand offen über die Erwartungen an Klopp. „Jürgen Klopp alleine wird es nicht richten“, stellte Eberl unmissverständlich klar.
Gleichzeitig lobte der 52-Jährige den neuen Bundestrainer ausdrücklich: „Jürgen Klopp ist ein herausragender Trainer, der in Europa eine Riesenqualität nachgewiesen hat und weiß, wie er mit den Jungs zusammenarbeiten muss, um erfolgreich zu sein.“
Dennoch verwies Eberl auf die besonderen Rahmenbedingungen im Nationalteam.
„Ein Verbandstrainer ist immer ein Stück weit anders als ein Vereinstrainer, wo du die Jungs jeden Tag hast und dich austauschen kannst. Es ist schon anders, wenn du nur alle paar Monate und dann nur für ein paar Tage mit den Jungs arbeiten kannst“, erklärte der Bayern-Boss.
Bayern sagt Klopp Unterstützung zu

Nach Ansicht von Eberl müsse der gesamte deutsche Fußball seinen Beitrag leisten, damit die Nationalmannschaft wieder erfolgreich wird.
„Es ist auch für Jürgen eine neue Aufgabe. Alle im deutschen Fußball werden ihn unterstützen, damit es einen Aufschwung gibt. Dass wir ein neues Gefühl erleben. Aber das wird der Jürgen nicht alleine machen“, betonte der Sportvorstand.
Zudem sprach sich Eberl für mehr Offenheit gegenüber neuen Ideen aus. Aus seiner Sicht müsse der deutsche Fußball insgesamt bereit sein, neue Wege zu gehen, um international wieder den Anschluss an die Weltspitze zu schaffen.
Auch Bayern-Neuzugang Nathaniel Brown blickt optimistisch auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Bundestrainer. Der Linksverteidiger gehörte bereits zum WM-Kader und hofft nun auf einen erfolgreichen Neustart.
„Ich hoffe, dass es dann alles etwas besser wird, weil die WM einfach nicht gut war. Wir schauen nach vorne, damit es besser wird“, sagte Brown.
Für Klopp beginnt Ende September mit den Nations-League-Partien gegen die Niederlande, Griechenland und Serbien die erste Bewährungsprobe. Die Unterstützung aus München ist ihm dabei bereits sicher – auch wenn beim FC Bayern niemand erwartet, dass der neue Bundestrainer die Probleme des deutschen Fußballs im Alleingang lösen kann.

