Das 15:0 des FC Bayern gegen den FC Rottach-Egern lieferte Vincent Kompany zahlreiche Erkenntnisse. Während einige etablierte Profis ihre Chance nicht nutzen konnten, spielte sich ausgerechnet ein 16-jähriges Offensivtalent in den Vordergrund. Bastian Assomo bestätigte seinen starken Eindruck aus den Trainingseinheiten und dürfte sich nachhaltig für weitere Einsätze empfohlen haben.
Nach der überraschenden 1:2-Niederlage gegen den SV Wehen Wiesbaden setzte Kompany im zweiten Test der Vorbereitung auf eine deutlich erfahrenere Mannschaft. Mit Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Minjae Kim, Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof standen zahlreiche Stamm- und Perspektivspieler auf dem Platz. Dennoch waren es einmal mehr die Nachwuchstalente, die den größten Eindruck hinterließen.
Vor allem Felipe Chavez, Maycon Cardozo und Arijon Ibrahimovic sorgten mit ihrer Spielfreude für frischen Wind. Der auffälligste Akteur war jedoch Bastian Assomo, der seine wenigen Einsatzminuten eindrucksvoll zu nutzen wusste.
Assomo bestätigt Kompanys Vertrauen
Der 16-jährige Mittelstürmer wurde in der 63. Minute eingewechselt und benötigte nur vier Minuten für seinen ersten Treffer. Mit viel Entschlossenheit setzte sich der Angreifer gegen seinen Gegenspieler durch, eroberte den Ball und schob souverän zum 9:0 ein.
Auch danach blieb Assomo auffällig. In der 75. Minute verpasste er seinen zweiten Treffer nur knapp, kurz vor dem Schlusspfiff setzte er einen weiteren Abschluss über das Tor. Der Deutsch-Kameruner überzeugte nicht nur mit seiner Torgefahr, sondern auch mit seiner körperlichen Präsenz und seinem mutigen Auftreten.

Dass Kompany große Stücke auf den Nachwuchsstürmer hält, hatte sich bereits im Trainingslager angedeutet. Nach Informationen der BILD imponierten dem Bayern-Coach insbesondere Assomos Abschlussqualitäten, seine Beweglichkeit und seine Physis. Der Belgier suchte während der Trainingseinheiten mehrfach den direkten Austausch mit dem 16-Jährigen und übernahm in einer Spielform sogar persönlich die Aufgabe, den Nachwuchsstürmer zu verteidigen.
Die Entwicklung des Talents spricht ebenfalls für sich. In der vergangenen Saison erzielte Assomo in zwölf Einsätzen für die U17 und die Regionalligamannschaft des FC Bayern zwölf Tore. Hinzu kommen vier Treffer in drei Spielen für die deutsche U16-Nationalmannschaft. Nach seinem Wechsel von Hertha BSC im Jahr 2025 ist der Angreifer in dieser Saison für die zweite Mannschaft eingeplant – die ersten Schritte Richtung Profikader scheinen jedoch bereits gemacht.
Palhinha und Boey verpassen ihre Chance
Weniger zufrieden dürfte Kompany dagegen mit den Auftritten von João Palhinha und Sacha Boey gewesen sein. Beide gehören zu den Spielern, deren Zukunft beim FC Bayern offen ist und die sich in der Vorbereitung für einen Verbleib empfehlen wollen.
Palhinha wirkte über weite Strecken ungewohnt fehleranfällig. Der Portugiese leistete sich mehrere einfache Ballverluste und Fehlpässe, zudem blieb sein Einfluss auf das Spiel überschaubar. Zwar gelang ihm in der zweiten Halbzeit ein Treffer, insgesamt konnte der 30-Jährige jedoch kaum Eigenwerbung betreiben.
Auch Boey blieb auf der rechten Seite weitgehend unauffällig. Da das Spiel fast ausschließlich über die linke Offensivseite lief, fand der Franzose offensiv kaum statt und setzte nur wenige Akzente. Angesichts der starken Konkurrenz und seiner ungewissen Zukunft dürfte sein Auftritt kaum dazu beigetragen haben, seine Position im Kader zu stärken.
Für Vincent Kompany war das deutliche Testspielergebnis deshalb weit mehr als ein lockerer Pflichttermin. Während Talente wie Assomo ihren Anspruch auf weitere Chancen eindrucksvoll untermauerten, haben einige etablierte Profis wichtige Pluspunkte im internen Konkurrenzkampf liegen lassen.

