Beim FC Bayern wird nicht nur auf dem Platz um Erfolge gekämpft. Auch hinter den Kulissen kommt es beim deutschen Rekordmeister immer wieder zu Diskussionen über Zuständigkeiten und Machtverhältnisse. Axel Kahn, der Bruder des ehemaligen Bayern-Vorstandschefs Oliver Kahn, hat nun interessante Einblicke gegeben und dabei vor allem die Rolle von Uli Hoeneß hervorgehoben.
Mehr als drei Jahre sind mittlerweile vergangen, seit Oliver Kahn seinen Posten als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern räumen musste. Im Mai 2023 trennten sich die Münchner unmittelbar nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft von ihrem damaligen Klubchef.
Die Umstände des Abschieds sorgten seinerzeit für erhebliche Diskussionen. Mittlerweile scheint Kahn das Kapitel allerdings abgeschlossen zu haben. Das zumindest berichtet sein Bruder Axel.
„Uli Hoeneß hat immer das letzte Wort“
Im Interview mit der Abendzeitung München wurde Axel Kahn auf die Entlassung seines Bruders und die internen Machtkämpfe beim FC Bayern angesprochen. Dabei machte er deutlich, dass solche Auseinandersetzungen aus seiner Sicht seit vielen Jahren zum Alltag des Rekordmeisters gehören. „Beim FC Bayern gab es schon immer diese Grabenkämpfe, das sieht man auch jetzt immer wieder bei Max Eberl“, erklärte der Bruder des ehemaligen Bayern-Torhüters.
Besonders die Situation des aktuellen Sportvorstands sieht Kahn kritisch. Obwohl Eberl sportlich durchaus erfolgreich arbeite, müsse er seine Entscheidungen regelmäßig verteidigen. „Er muss sich gefühlt für alles rechtfertigen und seinen Platz behaupten – trotz einer ziemlich weißen Weste respektive erfolgreicher Arbeit.“
Anschließend folgte eine bemerkenswerte Aussage über die Machtverhältnisse an der Säbener Straße. „Letztendlich hat Uli Hoeneß immer das letzte Wort“, stellte Kahn klar.
Damit beschreibt der Bruder des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden den Ehrenpräsidenten weiterhin als entscheidende Figur im Hintergrund des Vereins.

Auch über die persönliche Situation seines Bruders sprach Axel Kahn ausführlich.
Auf die Frage, wie sehr Oliver Kahn seine Entlassung beim FC Bayern getroffen habe, reagierte er überraschend gelassen. „Oliver ist fein damit, da ist nichts hängengeblieben. Das Kahn-Gen macht das schon“, erklärte der 61-Jährige lachend.
Der frühere Bayern-Boss habe sich in seiner Karriere immer wieder durch Rückschläge kämpfen müssen. Entsprechend gehöre es für ihn dazu, nach schwierigen Situationen wieder aufzustehen und nach vorne zu schauen. „Aufstehen und weitermachen gehört zu unseren stärksten Disziplinen. Das hat Oliver sowieso immer ausgezeichnet“, betonte Axel Kahn.
Kehrt Kahn noch einmal ins Fußballgeschäft zurück?
Ob Oliver Kahn künftig noch einmal eine Führungsposition im Profifußball übernehmen wird, ist offen. Sein Bruder würde dem 57-Jährigen eher davon abraten, sich erneut den Belastungen des Geschäfts auszusetzen. „Mein Rat an Oliver wäre, sich einen schönen Lebensabend zu machen“, scherzte Axel Kahn zunächst.
Grundsätzlich könne er sich allerdings vorstellen, dass der ehemalige Nationaltorhüter bei einem passenden Angebot noch einmal über eine Rückkehr nachdenken würde.
„Wenn ein Jobangebot kommt, das auf ihn zugeschnitten ist und das er aus seiner Sicht erfolgreich gestalten kann, würde er sich das bestimmt anhören.“
Gleichzeitig äußerte Kahn deutliche Kritik an der Entwicklung des modernen Profifußballs. Das Geschäft sei immer stärker von kurzfristigem Erfolg, enormen Geldsummen und wachsendem psychischem Druck geprägt.

