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So funktioniert das Scouting-System beim FC Bayern

Das Scouting-System vom FC Bayern
Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Der FC Bayern möchte in Zukunft vermehrt junge, vielversprechende Talente verpflichten und sich nicht auf millionenschwere Transfers fokussieren. Dafür hat der deutsche Rekordmeister ein neues Scouting-System eingeführt. Sportdirektor Hasan Salihamidzic hat sich näher über den neuen Scouting-Prozess beim FCB geäußert und einen Einblick hinter die Kulissen gewährt.

Der FC Bayern hat nicht nur den sportlichen Anspruch sich „auf dem Spielfeld“ mit den besten Teams in Europa zu messen, die Münchner wollen auch fernab des Platzes mit den europäischen Top-Klubs aus England und Spanien auf Augenhöhe agieren. Während viele Vereine immer mehr Geld in die Hand nehmen für millionenschwere Transfers, hat man in München an einem neuen Scouting-System gearbeitet, welches darauf ausgerichtet ist junge und vielversprechende Nachwuchstalente frühzeitig zu identifizieren und diese (kostengünstig) zu verpflichten.

Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic hat sich im Gespräch mit der BILD Zeitung über das neue Scouting-System beim FC Bayern geäußert und erstmals tiefer gehende Einblicke gegeben wie das System funktioniert.

Die Zukunfts-Elf beim FC Bayern

Nach dem Weggang von Ex-Kaderplaner Michael Reschke im Sommer 2017 zum VfB Stuttgart hat der FC Bayern seine Scouting-Abteilung nach und nach umgebaut. Mit Marco Neppe und Laurent Busser hat der FCB zwei neue Chefscouts verpflichtet. Zudem wurde personell deutlich nachgelegt, während vor zwei Jahren nur zehn Mitarbeiter im Scouting-Bereich beim FCB im Einsatz waren, sind es laut Salihamidzic aktuell 30 bis 35. Der Fokus liegt auf den europäischen Ligen, aber auch international ist man stets auf der Suche: „Alle Lizenzscouts scouten international, also weltweit. Es gibt Live- und Video-Sichtungen, Analyse- und Sichtungssitzungen.“

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Das neue System der Bayern besteht grundsätzlich aus zwei Säulen: neue Talente werden anhand ihrer aktuellen Leistungsfähigkeit und der Perspektiv-Einschätzung beurteilt. Zudem legen die Bayern nicht nur Wert darauf wie sich ein Spieler auf dem Platz verhält: „Es ist auch eine Art des sozialen Scoutings. Man braucht ein gutes Netzwerk, um zu erfahren, wie sich ein Spieler in der Kabine verhält, was er für ein familiäres Umfeld hat, wie professionell er seinem Beruf nachgeht.“

Sobald die FCB-Scouts ein vielversprechendes Talente entdeckt haben, wird Salihamidzic informiert. Nach intensiven Video-Analysen stellt der 42-Jährige eine Art Zukunfts-Elf des FC Bayern zusammen und präsentiert diese Karl-Heinz Rummenigge oder Uli Hoeneß. Dieser Prozess wurde unter anderem auch bei den Transfers von Benjamin Pavard, Fiete Arp und Lucas Hernández angewendet.

Das neue Scouting-System hat zudem zahlreiche ausländische Jugendspieler nach München gelockt wie zum Beispiel Woo-Yeong Jeong, Chris Richards, Taylor Booth, Ryan Johansson oder Timossi Andersson. Auch Sarpreet Singh und Alphonso Davies wurde durch das neue System entdeckt und im Anschluss verpflichtet. Es wird spannend zu sehen ob sich das neue Scouting-System beim FC Bayern bewährt bzw. wie viele dieser junge Talente am Ende tatsächlich den Durchbruch bei den Profis schaffen werden.