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Peinlicher Fauxpas bei Kovac-Entlassung: Bayern kopiert die Ancelotti-Pressemitteilung

Hasan Salihamidzic
Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images for FC Bayern

Die Entlassung von Niko Kovac wurde von vielen Bayern-Fans, vor allem in den sozialen Medien, mit Jubel-Kommentaren gefeiert. Während die einen Grund zum feiern haben, kritisieren die anderen die Art und Weise wie der deutsche Rekordmeister die Trennung von seinem Cheftrainer bekanntgeben hat. Besonders peinlich: In der Pressemitteilung zum Kovac-Aus wurden 1:1-Passagen von jener Presseerklärung verwendet, die bereits bei Ancelotti benutzet wurden.

Was der FC Bayern derzeit auf dem Platz abliefert, aber auch daneben ist alles andere als meisterlich. Auch wenn die Entlassung von Niko Kovac, rein sportlich betrachtet, die richtige Entscheidung in der aktuellen Situation ist, hat man auch diese leider nicht ohne Fehler über die Bühne gebracht. Ein Fauxpas bei der Pressemitteilung zum Kovac-Aus deutet an, dass in München derzeit so einiges schief läuft.

Kovac-Aus bei den Bayern: Ist er freiwillig gegangen oder wurde der gegangen?

Am späten Sonntagabend hat der FC Bayern das bekannt gegeben, worauf ganz Fussball Deutschland nach dem 1:5-Debakel gegen Eintracht Frankfurt gewartet hat: die Münchner bestätigten die Trennung von Cheftrainer Niko Kovac. Was im ersten Moment nach einem „Standardvorgang“ klingt, entpuppt sich keine 24 Stunden später als ein peinlicher Prozess im Umgang mit Niko Kovac und offenbart die mangelnde Wertschätzung für den mittlerweile ehemaligen Meistertrainer.

In einer ersten Pressemitteilung auf der offiziellen Webseite des FC Bayern wurde das Kovac-Aus mit der Überschrift „Niko Kovac ist nicht mehr Trainer des FC Bayern München“ betitelt. In dieser Version wurde ausschließlich Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zitiert, der eigenen Aussagen zufolge einen „Handlungsbedarf“ nach den letzten Spielen sah und reagieren musste. Kurze Zeit später wurde eine zweite Pressemitteilung veröffentlicht und an die Medien versendet, in dieser fand sich dann auch ein Zitat von Kovac. Der Tenor der zweiten Erklärung lautete zudem „man habe sich einvernehmlich getrennt“. Als Grund für diese abgeänderte Mitteilung gab man beim deutschen Rekordmeister „technische Probleme“ an.

Unabhängig von der Frage ob Kovac seinen Trainerstuhl freiwillig geräumt hat oder er dazu „gezwungen“ wurde, zeigt auch das Statement von Sportdirektor Hasan Salihamidzic wie dilettantisch die Bayern bei der Kovac-Entlassung vorgegangen sind. Der 42-jährige erhielt, genau so wie Kovac, erst in der zweiten Version die Gelegenheit sich zu der Trennung zu äußern. Salihamidzic nahm dabei die Bayern-Spieler in die Pflicht: „Ich erwarte jetzt von unseren Spielern eine positive Entwicklung und absoluten Leistungswillen, damit wir unsere Ziele für diese Saison erreichen.“ Peinlich nur, dass Karl-Heinz Rummenigge exakt das selbe Statement (identischer Wortlaut) bei der Entlassung von Carlo Ancelotti im Herbst 2017 von sich gab.

Wie stümperhaft dieses Vorgehen der Verantwortlichen ist, belegt zudem die Tatsache, dass Rummenigge selbst bei der legendären PK vor knapp einem Jahr den Medien vorwarf „Copy and Paste“-Journalismus zu betreiben.