Der FC Bayern treibt seine Kaderplanung für die kommende Saison mit Nachdruck voran. Besonders auf der rechten Abwehrseite sehen die Verantwortlichen dringenden Handlungsbedarf – und haben offenbar einen klaren Favoriten ausgemacht. Doch der Plan droht komplizierter zu werden als erhofft.
Aktuellen Medienberichten zufolge hat sich der FC Bayern auf ein klares Transferziel festgelegt. Wie die BILD berichtet, steht Givairo Read von Feyenoord Rotterdam ganz oben auf der Liste des deutschen Rekordmeisters. Der 19-jährige Niederländer gilt intern als Wunschlösung für die seit Jahren problematische Rechtsverteidigerposition.
Vor allem Sportvorstand Max Eberl soll davon überzeugt sein, dass Read die strukturellen Probleme auf dieser Position nachhaltig lösen kann. Ausschlaggebend ist dabei nicht nur die sportliche Entwicklung des Youngsters, sondern vor allem sein Profil. Read ist defensiv stabil, bringt Tempo mit und zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Vielseitigkeit aus. Der Niederländer kann sowohl auf der rechten als auch auf der linken Abwehrseite eingesetzt werden – ein Aspekt, der in der Münchner Kaderplanung eine zentrale Rolle spielt.
Diese Flexibilität könnte auch Auswirkungen auf andere Positionen haben. Spieler wie Josip Stanisic könnten dadurch wieder vermehrt als Backup im Abwehrzentrum eingeplant werden, was die interne Statik der Defensive insgesamt stabilisieren würde. Genau diese strukturelle Entlastung macht Read aus Bayern-Sicht so interessant.
Gespräche laufen – Sommer-Wechsel fest eingeplant

Nach Informationen der BILD laufen die Gespräche mit der Spielerseite bereits. An der Säbener Straße plant man fest mit einem Wechsel des niederländischen U21-Nationalspielers im kommenden Sommer. Die Ablösesumme wird auf rund 30 Millionen Euro taxiert, sein aktueller Marktwert liegt laut Transfermarkt bei etwa 25 Millionen Euro.
Innerhalb des Klubs herrscht demnach Einigkeit darüber, dass Read sowohl sportlich als auch perspektivisch ins Profil passt. Mit 19 Jahren würde er ideal in die strategische Ausrichtung der Bayern fallen, künftig stärker auf entwicklungsfähige Spieler mit internationalem Top-Potenzial zu setzen. Dass Feyenoord grundsätzlich gesprächsbereit ist, gilt als wahrscheinlich – allerdings nicht zu jedem Preis.
Premier-League-Konkurrenz wird zum Problem
Der Transfer ist jedoch alles andere als ein Selbstläufer. Wie Transfer-Insider Fabrizio Romano berichtet, haben auch Manchester City und der FC Liverpool den niederländischen Verteidiger ins Visier genommen. Besonders die Reds sollen sich intensiv mit Read beschäftigt haben und sogar einen Winter-Transfer in Erwägung gezogen haben.
Diese Konkurrenz aus der Premier League könnte den Preis in die Höhe treiben und die Verhandlungen erschweren. Gerade Manchester City gilt als Klub, der junge, flexible Verteidigerprofile besonders schätzt – und finanziell nahezu unbegrenzt agieren kann. Für den FC Bayern bedeutet das: Ein Zögern könnte teuer werden.
Aktuell laboriert Read an einer Muskelverletzung, die ihn seit mehreren Wochen außer Gefecht setzt. In München bewertet man diese jedoch gelassen. Die Blessur wird als temporär eingestuft und soll keinerlei Einfluss auf die grundsätzliche Transferentscheidung haben. Vielmehr sehen die Bayern den Sommer bewusst als optimalen Zeitpunkt für den Wechsel, um dem Spieler ausreichend Zeit zur vollständigen Regeneration und Vorbereitung zu geben.
Die rechte Abwehrseite bleibt eine der größten Baustellen im Münchner Kader. Read könnte sie langfristig schließen – doch dafür müssen die Bayern im Sommer entschlossen handeln. Ob der Rekordmeister am Ende den Zuschlag erhält, wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell und konsequent man die nächsten Schritte geht.

