Der Ausfall von Serge Gnabry trifft den FC Bayern in der entscheidenden Saisonphase mit voller Wucht. Der Offensivspieler wird dem Rekordmeister mindestens zwei Monate fehlen – und zwingt Trainer Vincent Kompany zu Anpassungen. Einer rückt dadurch zwangsläufig in den Mittelpunkt: Jamal Musiala.
Der 23-Jährige soll nun eine noch größere Rolle im Offensivspiel der Münchner übernehmen. Dabei kommt ihm entgegen, dass seine Formkurve zuletzt wieder deutlich nach oben zeigte. Nach seiner langen Verletzungspause wirkt Musiala zunehmend befreiter – ein Eindruck, den auch Kompany bestätigt.
„Es ist schade, dass Serge jetzt nicht dabei sein wird, denn er hat in dieser Saison so gute Leistungen für uns gezeigt“, erklärte der Bayern-Coach. Gleichzeitig betonte er, dass Musiala seit der Länderspielpause „freier spielt“.
Dennoch tritt Kompany bewusst auf die Bremse, wenn es um die Erwartungen geht. „Ich möchte nicht den ganzen Druck auf Jamal legen, das wäre nicht fair“, stellte der Belgier klar. Gleichzeitig ließ er keinen Zweifel daran, welches Potenzial im Offensivkünstler steckt: „Wenn er so weitermacht, wissen wir, was wir von ihm erwarten können.“
Belastungssteuerung bleibt entscheidend
Dass die Bayern weiterhin vorsichtig mit Musiala umgehen, zeigte sich auch beim 4:2-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart. Der Nationalspieler wurde zur Halbzeit ausgewechselt – zunächst sorgte das für Unruhe unter den Fans.
Doch schnell folgte die Entwarnung. „Die Auswechslung war geplant. Der Trainer hatte gesagt, dass ich zur Halbzeit ausgewechselt werde und mich ausruhen kann. Meinem Fuß geht es schon viel besser“, erklärte Musiala nach der Partie.
Die Maßnahme war Teil eines klaren Plans: Nach seiner schweren Verletzung soll der Spielmacher Schritt für Schritt wieder an die maximale Belastung herangeführt werden. Rückschläge will man an der Säbener Straße unbedingt vermeiden.
Mehr Verantwortung im Saisonendspurt

Trotz aller Vorsicht deutet vieles darauf hin, dass Musiala in den kommenden Wochen noch stärker gefordert sein wird. Durch die Ausfälle von Gnabry und weiteren Offensivspielern sind die Optionen begrenzt – gleichzeitig stehen mit dem Pokal-Halbfinale und den Duellen gegen Paris Saint-Germain absolute Schlüsselspiele an.
Für Musiala ist es damit auch eine Chance. Der Ausnahmekönner kann zeigen, dass er wieder bereit ist, die Offensive des FC Bayern zu tragen. Kompanys Ansatz ist dabei klar: fördern, aber nicht überfordern.
In einer Phase, in der Titel entschieden werden, setzt der Rekordmeister auf seinen vielleicht wichtigsten Unterschiedsspieler – wohl dosiert, aber mit großer Erwartung.

